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Schulter & Arm

Tennis- und Golferellenbogen: Was bei Epicondylitis am Ellenbogen hilft

Physio2Go-Redaktion · 24 Haziran 2026

Eine Tasse heben, eine Tür öffnen, jemandem die Hand geben – und ein scharfer Schmerz schießt an der Außenseite des Ellenbogens ein: So macht sich ein Tennisellenbogen bemerkbar. Hinter dem sportlichen Namen steckt fast immer etwas ganz Unsportliches – eine überlastete Sehne am Knochenvorsprung des Ellenbogens, gereizt durch wiederkehrende Hand- und Armbewegungen im Alltag, am Computer oder im Handwerk. Sein Gegenstück an der Innenseite, der Golferellenbogen, ist seltener, entsteht aber auf dieselbe Weise.

Die gute Nachricht: Die allermeisten Ellenbogen beruhigen sich wieder, ohne dass operiert werden muss – mit der richtigen Belastung, gezielten Übungen und etwas Geduld. Dieser Ratgeber erklärt, was bei einer Epicondylitis im Sehnenansatz passiert, wie Sie Tennis- und Golferellenbogen unterscheiden, welche Übungen die Sehne wieder belastbar machen, was Kortisonspritze, Stoßwelle und Spange wirklich bringen – und wann Sie besser ärztlich abklären lassen.

Was ist ein Tennis- oder Golferellenbogen (Epicondylitis)?

Was ist ein Tennis- oder Golferellenbogen? Beides sind Überlastungsschäden am Sehnenansatz des Ellenbogens. Beim Tennisellenbogen ist die Sehne der Handgelenk- und Fingerstrecker am äußeren Knochenvorsprung (lateraler Epicondylus) betroffen, beim Golferellenbogen die Sehne der Beuger und Unterarmdreher am inneren Vorsprung (medialer Epicondylus). Mediziner sprechen von einer Epicondylitis oder, genauer, einer Epicondylopathie.

Lange galt das als Entzündung – daher die Endung „-itis“. Heute weiß man: In der gereizten Sehne stecken vor allem feine Verschleißspuren und kleine Faserschäden, keine klassische Entzündung. Das klingt nach einem Detail, hat aber Folgen für die Behandlung – Entzündungshemmer allein lösen das Problem selten dauerhaft. Entscheidend ist, den überlasteten Sehnenansatz schrittweise wieder zu kräftigen und belastbar zu machen.

Epicondylitis oder Epicondylopathie?

Beide Begriffe meinen dasselbe. Die Endung „-itis“ steht für Entzündung; weil aber meist ein Überlastungs- und Verschleißprozess ohne typische Entzündung vorliegt, ist „Epicondylopathie“ (für den Sehnenschaden auch „Tendinopathie“) der genauere Begriff. Im Alltag und beim Arzt hören Sie meist „Epicondylitis“ oder schlicht „Tennisarm“.

Tennisellenbogen oder Golferellenbogen – was ist der Unterschied?

Tennis- oder Golferellenbogen – wo liegt der Unterschied? Im Kern an der Seite: Der Tennisellenbogen sitzt außen, der Golferellenbogen innen. Entsprechend schmerzen unterschiedliche Bewegungen. Der Tennisellenbogen ist mit Abstand häufiger – grob doppelt bis mehrfach so oft wie der Golferellenbogen. Die folgende Übersicht hilft beim Einordnen, ersetzt aber keine ärztliche Untersuchung:

Tennis- und Golferellenbogen im Vergleich
MerkmalTennisellenbogenGolferellenbogen
SchmerzortAußenseite des Ellenbogens (lateraler Vorsprung)Innenseite des Ellenbogens (medialer Vorsprung)
Betroffene SehneHandgelenk- und FingerstreckerHand-/Fingerbeuger und Unterarmdreher
Schmerz vor allem beiStrecken des Handgelenks, kräftigem Zugreifen, HebenBeugen des Handgelenks, Drehen (z. B. Schrauben), Faustschluss
Häufigkeithäufiger (etwa 1–2 % der Erwachsenen)seltener (unter 1 %)

Beide entstehen gleich – durch Überlastung des Sehnenansatzes – und werden auch ähnlich behandelt. Welche Seite betroffen ist, bestimmt vor allem, welche Bewegungen Sie zunächst entschärfen und welche Muskelgruppe die Übungen ansprechen.

Welche Symptome sind typisch – woran erkenne ich eine Epicondylitis?

Woran erkennen Sie eine Epicondylitis? Das Leitsymptom ist ein Druck- und Greifschmerz direkt am Knochenvorsprung: Es schmerzt, wenn Sie kräftig zugreifen, etwas heben oder den Unterarm drehen – und der Punkt am Ellenbogen ist auf Druck deutlich empfindlich. Typisch sind außerdem:

  • ein scharfer Druckschmerz am Knochenvorsprung außen (Tennis) oder innen (Golfer)
  • Schmerz beim Zugreifen, Heben, Drehen – Türklinke, Tasse, Wasserflasche, Händedruck
  • ein spürbarer Verlust der Greifkraft, der Gegenstände aus der Hand rutschen lässt
  • Schmerzen, die in den Unterarm ausstrahlen können
  • ein meist schleichender Beginn ohne erinnerlichen Unfall

Anders als die berühmten „ersten Schritte am Morgen“ bei einem Fersenschmerz ist hier nicht der Anlauf nach Ruhe typisch, sondern der Schmerz bei Belastung – also genau dann, wenn die Hand kräftig zupackt. Und anders als ein Schulterproblem, das eher bei Überkopf-Bewegungen auftritt, sitzt der Schmerz hier klar am Ellenbogen.

Wie entsteht ein Tennis- oder Golferellenbogen? Ursachen & Risikofaktoren

Wie entsteht ein Tennis- oder Golferellenbogen? Durch Überlastung – aber meist nicht durch Sport. Trotz der Namen bekommen die wenigsten ihren „Tennisarm“ vom Tennis. Viel häufiger sind es wiederkehrende Hand- und Armbewegungen in Alltag und Beruf, die den Sehnenansatz über die Zeit überfordern. Begünstigt wird das durch:

  • monotone, kraftvolle Hand- und Armarbeit (Handwerk, Montage, Schrauben, Malern)
  • lange Tastatur- und Mausarbeit am Computer, oft mit ungünstiger Haltung
  • eine plötzliche, ungewohnte Belastung (Umzug, Gartenarbeit, neues Hobby)
  • Tätigkeiten mit festem Griff und Drehbewegungen (Werkzeug, Musikinstrument)
  • eine schwache oder untrainierte Unterarmmuskulatur, die der Belastung wenig entgegensetzt

Häufig ist es nicht die eine Bewegung, sondern die Summe: viel, oft und ohne Pause. Genau deshalb setzt die Behandlung weniger auf komplette Ruhe als darauf, die Belastung zu verändern und die Sehne langsam wieder kräftiger zu machen.

Was können Sie selbst tun? Erste Hilfe bei Ellenbogenschmerzen

Was können Sie selbst tun? In den ersten Wochen ist Ihr eigenes Verhalten der wichtigste Hebel. Der Schlüssel liegt nicht im völligen Ruhigstellen, sondern im Verändern der Belastung: Bewegungen, die stark wehtun, vorübergehend anpassen, statt den Arm in eine Schonhaltung zu zwingen. Diese Maßnahmen helfen beim Start:

  • schmerzauslösende Griffe entschärfen: schwer heben mit beiden Händen oder nah am Körper, starke Drehbewegungen reduzieren
  • den Arbeitsplatz entlasten: Maus und Tastatur ergonomisch stellen, kurze Pausen für die Hände einbauen
  • den Ellenbogen nach starker Belastung kühlen, um den Reiz zu beruhigen
  • eine Epicondylitis-Spange (Unterarmbandage) ausprobieren, die den Sehnenzug kurzzeitig umverteilt
  • verspannte Unterarmmuskeln sanft lockern, etwa mit leichtem Druck auf Triggerpunkte oder vorsichtigem Ausrollen

Die richtige Dosis finden

Eine einfache Orientierung: Belastung und leichte Beschwerden während einer Tätigkeit sind in Ordnung, wenn der Arm danach rasch zur Ruhe kommt und am nächsten Tag nicht stärker schmerzt. Reagiert der Ellenbogen mit zunehmendem Schmerz oder lässt die Greifkraft weiter nach, war die Belastung zu hoch – dann kleiner einsteigen. Völliges Schonen ist aber nicht das Ziel: Eine Sehne, die gar nicht mehr gefordert wird, verliert an Belastbarkeit.

Übungen bei Epicondylitis: exzentrisches Training, Halten & Greifkraft

Welche Übungen helfen bei Tennis- und Golferellenbogen? Den besten Beleg hat das langsame Krafttraining der betroffenen Sehne – vor allem die exzentrische Belastung, bei der die Muskeln unter Spannung nachgeben. Ergänzend sind eine isometrische Haltearbeit (Spannung ohne Bewegung) und Dehnungen sinnvoll. Tasten Sie sich behutsam heran und bleiben Sie im gut erträglichen Bereich – ein leichtes Ziehen ist erlaubt, ein stechender Schmerz nicht. So gehen Sie vor:

  1. Exzentrisches Strecker-Training

    Legen Sie den Unterarm auf einem Tisch ab, die Hand ragt mit dem Handrücken nach oben über die Kante, in der Hand ein leichtes Gewicht (kleine Hantel oder gefüllte Flasche). Heben Sie das Handgelenk mit Unterstützung der gesunden Hand nach oben und senken Sie es dann mit der betroffenen Hand allein langsam über etwa drei bis vier Sekunden ab. 10 bis 15 Wiederholungen, 3 Serien, ein- bis zweimal täglich. Beim Golferellenbogen führen Sie dieselbe Bewegung mit der Handfläche nach oben aus.

  2. Isometrische Haltearbeit

    Drücken Sie die betroffene Hand für etwa 30 bis 45 Sekunden sanft gegen einen festen Widerstand – zum Beispiel die Handfläche gegen die Tischunterkante, ohne dass sich etwas bewegt. Diese reine Haltespannung wird oft gut vertragen und kann den Schmerz kurzfristig dämpfen. 3 bis 5 Wiederholungen, über den Tag verteilt.

  3. Unterarm dehnen

    Strecken Sie den betroffenen Arm nach vorn aus, der Ellenbogen bleibt gerade. Ziehen Sie mit der anderen Hand die Finger sanft Richtung Körper, bis Sie an der Außenseite des Unterarms (Tennisellenbogen) eine Dehnung spüren; für den Golferellenbogen drehen Sie die Handfläche nach oben und ziehen die Finger nach unten. Etwa 20 bis 30 Sekunden halten, 3 Wiederholungen, zweimal täglich.

  4. Greifkraft schrittweise aufbauen

    Drücken Sie einen weichen Ball oder ein zusammengerolltes Handtuch sanft zusammen und halten Sie kurz. Steigern Sie Druck und Dauer nur so weit, wie es ohne scharfen Schmerz geht. Das gewöhnt Hand und Sehne behutsam wieder an festes Zugreifen – ein wichtiger Schritt zurück in den Alltag.

Im erträglichen Bereich bleiben

Die Übungen dürfen ziehen oder leicht fordern, aber keinen stechenden Schmerz auslösen und nicht in die Hand ausstrahlen. Werden die Beschwerden während oder nach dem Training deutlich stärker oder kribbelt es in den Fingern, pausieren Sie und lassen Sie das Programm in der Physiotherapie an Ihren Befund anpassen. Bei Sehnen bringt das geduldige, regelmäßige Üben über Wochen den Fortschritt – nicht die Härte einer einzelnen Einheit.

Wann sollten Sie mit Ellenbogenschmerzen zum Arzt? Warnzeichen (Red Flags)

Wann sollten Sie mit Ellenbogenschmerzen zum Arzt? Immer dann, wenn neben dem Schmerz Warnzeichen wie Taubheit, Kribbeln, Kraftverlust, Ruhe- oder Nachtschmerz oder eine Schwellung auftreten. Ein Tennis- oder Golferellenbogen ist sonst in aller Regel harmlos und beruhigt sich mit der Zeit – einige Warnzeichen sprechen aber für etwas anderes als eine reine Sehnenüberlastung und gehören ärztlich abgeklärt, am besten bevor Sie ein Übungsprogramm beginnen.

Diese Warnzeichen ärztlich abklären lassen

Lassen Sie Ellenbogenschmerzen ärztlich untersuchen, wenn zusätzlich auffällt: Taubheit, Kribbeln oder Kraftverlust, die in Hand oder Finger ausstrahlen (möglicher Hinweis auf eine Nervenenge am Ellenbogen); ein Ruhe- oder Nachtschmerz, der nicht von Belastung abhängt; Schwellung, Rötung, Überwärmung oder Fieber (Verdacht auf Infekt, Gicht oder Rheuma); ein akutes Trauma mit plötzlichem Kraftverlust (möglicher Sehnenriss); oder Schmerzen, die aus dem Nacken in den Arm ziehen (mögliche Ursache an der Halswirbelsäule).

Solche Warnzeichen (Red Flags) sind nicht automatisch ein Grund zur Sorge – sie sprechen aber dafür, der Ursache zuerst ärztlich nachzugehen, statt auf eigene Faust zu trainieren. Die Abklärung umfasst je nach Verdacht:

  • einen Tast- und Funktionsbefund, der den Schmerzpunkt und auslösende Bewegungen eingrenzt
  • Tests der Nervenfunktion, wenn Taubheit oder Kribbeln bestehen
  • bei Bedarf Ultraschall oder Röntgen, etwa nach einem Trauma
  • die Verordnung von Physiotherapie, wenn eine Epicondylitis bestätigt ist

Sind Sie unsicher, ob Ihre Beschwerden Selbsthilfe-Sache sind oder zum Profi gehören? Unser Wegweiser „Wann zur Physiotherapie?“ hilft bei der Einordnung.

Wie hilft Physiotherapie bei Tennis- und Golferellenbogen?

Wie hilft Physiotherapie bei Tennis- und Golferellenbogen? Sie setzt genau dort an, wo das Problem liegt: an der Belastbarkeit der gereizten Sehne und an der Kette aus Hand, Ellenbogen, Schulter und Nacken, die mitarbeitet. Im Befund prüfen wir den Druckpunkt am Epicondylus, Ihre Greifkraft, die schmerzauslösenden Bewegungen und Ihre typische Belastung im Beruf oder am Computer – und bauen daraus ein Programm, das zu Ihrem Alltag passt. Typische Bausteine sind:

  • ein angeleitetes exzentrisches und isometrisches Krafttraining, das Sie sicher zuhause weiterführen
  • Manuelle Therapie für Ellenbogen, Handgelenk und die beteiligte Nacken-Schulter-Region
  • Dehn- und Mobilisationsübungen für die Unterarmmuskulatur
  • eine Belastungssteuerung: wie Sie Beruf und Hobby anpassen und schrittweise wieder aufbauen
  • Beratung zu Spange, Bandage oder Tape als kurzfristige Entlastung

Die Behandlung läuft als Krankengymnastik oder Manuelle Therapie auf ärztliche Verordnung. Wie ein erster Termin abläuft und was Sie mitbringen, lesen Sie im Ratgeber zum ersten Physiotherapie-Termin.

Kortisonspritze, Stoßwelle & Spange: Was bringen die Zusatzverfahren?

Was ist mit Kortisonspritze, Stoßwelle und Spange? Diese Verfahren werden oft nachgefragt – ihr Nutzen ist aber unterschiedlich gut belegt. Bei der Kortisonspritze lohnt ein genauer Blick: Sie kann den Schmerz kurzfristig deutlich lindern, doch Studien zeigen, dass es Betroffenen nach einigen Monaten oft schlechter geht als ohne Spritze, mit mehr Rückfällen. Eine Kortisonspritze ist deshalb keine Routinelösung, sondern eine ärztliche Einzelfallentscheidung – kurzfristige Linderung gegen ein möglicherweise schlechteres Langzeitergebnis abgewogen.

Die Stoßwellentherapie (ESWT) wird am Ellenbogen ebenfalls angeboten, ihr Nutzen ist hier jedoch nicht klar belegt. Wichtig zu wissen – und anders als beim Fersenschmerz, wo die Kasse die Stoßwelle unter Bedingungen übernimmt: Am Ellenbogen ist die Stoßwelle eine Selbstzahlerleistung (IGeL), die Sie selbst tragen. Die Epicondylitis-Spange schließlich kann den Sehnenzug kurzfristig umverteilen und manchen das Greifen erleichtern; ein gesicherter Langzeiteffekt ist für sie aber nicht belegt. Sie ersetzt das Training nicht, kann es aber begleiten.

Spritze, Stoßwelle, Spange – nüchtern betrachtet

Keines dieser Verfahren ersetzt den Kern der Behandlung: die Belastung anpassen und die Sehne mit Übungen wieder kräftigen. Sie können im Einzelfall begleiten, sollten aber bewusst und – wo ärztliche Maßnahmen im Spiel sind – nach ärztlicher Beratung eingesetzt werden.

Wie lange dauert ein Tennis- oder Golferellenbogen? Verlauf & Geduld

Wie lange dauert ein Tennis- oder Golferellenbogen? Meist länger, als einem lieb ist – aber die Aussichten sind gut. Sehnen reagieren langsam: Bis die Beschwerden deutlich nachlassen, vergehen oft mehrere Wochen bis Monate. Rund vier von fünf Betroffenen sind innerhalb eines Jahres wieder schmerzfrei; bei einem Teil dauert es länger, und Rückschläge nach intensiven Tagen gehören dazu. Wichtig ist, dranzubleiben und die Belastung klug zu steuern, statt zwischen Schonung und Überlastung hin- und herzuspringen.

Tipp von Adam Wunsch, Physiotherapeut bei Physio2Go

„Sehnen verzeihen keine Hauruck-Aktionen“, sagt Adam Wunsch, Physiotherapeut bei Physio2Go. „Am Ellenbogen bringt nicht die harte Einheit den Fortschritt, sondern die kleine, regelmäßige Belastung über Wochen – und eine ehrliche Pause an den Tagen, an denen die Hand viel leisten musste. Wer Beruf und Übungen aufeinander abstimmt, kommt deutlich ruhiger ans Ziel als mit der Brechstange.“

Für die meisten ist der Weg in die Praxis gut machbar – Ellenbogenbeschwerden schränken die Mobilität selten ein. Wenn Ihnen der Weg aus anderen Gründen schwerfällt, kommen wir per Hausbesuch aber auch zu Ihnen und zeigen die Übungen direkt an Ihrem Arbeitsplatz oder zuhause; wie ein Hausbesuch abläuft, lesen Sie in unserem Hausbesuch-Ratgeber.

Kosten, Kasse & Termin in Gelsenkirchen – Praxis oder Hausbesuch

Was zahlt die Kasse, was nicht? Krankengymnastik und Manuelle Therapie sind bei einer Epicondylitis Heilmittel und werden mit ärztlicher Verordnung von der gesetzlichen Krankenkasse getragen; es bleibt die gesetzliche Zuzahlung. Bei den Zusatzverfahren sieht es anders aus – die Übersicht:

Tennis-/Golferellenbogen: Wer trägt welche Kosten?
MaßnahmeKostenträgerEinordnung
Krankengymnastik / Manuelle TherapieGesetzliche Kasse (auf Verordnung)Rund 10 Prozent plus 10 Euro je Rezept als Zuzahlung, sofern keine Befreiung besteht
Epicondylitis-Spange / BandageKasse (auf Hilfsmittel-Rezept) oder selbstHilfsmittelbereich; je nach Modell und Verordnung ggf. Eigenanteil
Stoßwelle (ESWT) am EllenbogenSelbstzahler (IGeL)Am Ellenbogen keine Kassenleistung – anders als beim Fersenschmerz; Nutzen nicht klar belegt
KortisonspritzeÄrztliche LeistungKurzfristig lindernd, langfristig eher schlechter; ärztliche Einzelfallentscheidung
Bandage, Ball & Co. für zuhausemeist selbstKleine Eigenmaßnahmen mit geringen Kosten

Die Angaben entsprechen der Rechtslage im Jahr 2026; Kassenregeln und Selbstzahler-Preise können sich ändern – fragen Sie im Zweifel kurz bei Ihrer Krankenkasse oder in der Praxis nach.

Sie spüren den typischen Greifschmerz am Ellenbogen und möchten ihn gezielt angehen? In unserer Praxis im Neumarkthaus (Gelsenkirchen-Altstadt) prüfen wir Druckpunkt, Greifkraft und Ihre Alltagsbelastung und bauen daraus ein passendes Trainingsprogramm – auf Wunsch auch als Hausbesuch in Ihrem Stadtteil.

Ihren Termin in Gelsenkirchen vereinbaren

Melden Sie sich telefonisch oder über das Kontaktformular – wir klären, welche Schritte bei Ihrem Tennis- oder Golferellenbogen sinnvoll sind. Hilfreich ist, wenn Sie sich vorab notieren, welche Bewegung im Alltag am meisten schmerzt; das gibt dem Befund gleich eine klare Richtung.

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Was hilft schnell gegen einen Tennis- oder Golferellenbogen?

Kurzfristig hilft es, die schmerzauslösenden Greif- und Drehbewegungen zu entschärfen, den Arm aber nicht völlig ruhigzustellen. Eine Unterarmbandage kann das Greifen erleichtern, Kühlen beruhigt nach starker Belastung. Dauerhaft belastbar wird die Sehne aber vor allem durch regelmäßiges, langsames Krafttraining über mehrere Wochen – ein schnelles Wundermittel gibt es nicht.

Warum tut der Ellenbogen beim Zugreifen, Heben und Drehen am meisten weh?

Beim Zugreifen und Heben spannen sich genau die Muskeln an, deren Sehne am Ellenbogen gereizt ist. Diese Spannung zieht am überlasteten Sehnenansatz – deshalb schmerzt es typischerweise beim festen Griff, beim Heben mit gestrecktem Arm oder beim Drehen, etwa an der Türklinke oder beim Händedruck.

Tennisellenbogen oder Golferellenbogen – wie erkenne ich den Unterschied?

Über den Schmerzort: Der Tennisellenbogen sitzt an der Außenseite des Ellenbogens und schmerzt vor allem beim Strecken des Handgelenks und kräftigem Zugreifen. Der Golferellenbogen sitzt an der Innenseite und tut eher beim Beugen des Handgelenks und beim Drehen weh. Der Tennisellenbogen ist deutlich häufiger. Welche Seite betroffen ist, klärt letztlich die ärztliche Untersuchung.

Bekommt man einen Tennisellenbogen nur vom Tennis oder Sport?

Nein – im Gegenteil. Die meisten Betroffenen spielen weder Tennis noch Golf. Auslöser ist fast immer eine wiederkehrende Hand- und Armbelastung im Alltag oder Beruf: Handwerk, Montage, lange Maus- und Tastaturarbeit, Heben und Tragen. Der Name beschreibt eine typische, aber keineswegs die häufigste Ursache.

Welche Übungen helfen bei Tennis- und Golferellenbogen?

Am besten belegt ist das langsame, exzentrische Krafttraining der betroffenen Unterarmmuskeln – das kontrollierte Absenken eines leichten Gewichts mit dem Handgelenk. Ergänzend sind isometrische Halteübungen, Dehnungen der Unterarmmuskulatur und ein behutsamer Greifkraftaufbau sinnvoll. Wichtig ist, im gut erträglichen Bereich zu bleiben und regelmäßig über Wochen dranzubleiben.

Bringt eine Kortisonspritze etwas bei Epicondylitis?

Kurzfristig kann eine Kortisonspritze die Schmerzen deutlich lindern. Studien zeigen jedoch, dass es Betroffenen nach einigen Monaten oft schlechter geht als ohne Spritze, mit mehr Rückfällen. Eine Kortisonspritze ist deshalb keine Routinelösung, sondern eine ärztliche Einzelfallentscheidung – der kurzfristige Nutzen muss gegen das mögliche schlechtere Langzeitergebnis abgewogen werden.

Hilft eine Stoßwelle am Ellenbogen und zahlt das die Krankenkasse?

Der Nutzen der Stoßwellentherapie am Ellenbogen ist nicht klar belegt; manche empfinden eine Linderung, eine Garantie gibt es nicht. Anders als beim Fersenschmerz, wo die Kasse die Stoßwelle unter Bedingungen übernimmt, ist sie am Ellenbogen eine Selbstzahlerleistung (IGeL) – die Kosten tragen Sie also selbst.

Wann sollte ich zum Arzt – und zahlt die Kasse die Physiotherapie auch als Hausbesuch in Gelsenkirchen?

Zum Arzt sollten Sie, wenn es in Hand oder Finger taubt oder kribbelt, der Schmerz in Ruhe oder nachts da ist, der Ellenbogen anschwillt oder sich erwärmt, nach einem Sturz plötzlich Kraft fehlt oder die Beschwerden aus dem Nacken ziehen. Ist eine Epicondylitis bestätigt, übernimmt die gesetzliche Kasse Krankengymnastik oder Manuelle Therapie auf Verordnung – bei entsprechendem Vermerk auch als Hausbesuch in ganz Gelsenkirchen; es bleibt die gesetzliche Zuzahlung.

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Physio2Go-Redaktion

Praxis-Team von Physio2Go im Neumarkthaus, Gelsenkirchen

Fachlich geprüfte Ratgeber des Physiotherapie-Teams von Physio2Go im Neumarkthaus. Wir behandeln in unserer Praxis in der Gelsenkirchener Altstadt und als Hausbesuch in ganz Gelsenkirchen.

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