Fuß & Sprunggelenk
Achillodynie: Was bei Achillessehnenschmerzen hilft
Physio2Go-Redaktion · 27. Juni 2026
Beim ersten Schritt aus dem Bett oder zu Beginn des Laufs zieht es hinten am Knöchel, ein paar Meter weiter „läuft es sich warm“ – und am Abend, nach längerer Belastung, meldet sich die Achillessehne wieder. So beginnt eine Achillodynie oft: schleichend, ohne ein einziges Unfallereignis. Dahinter steckt meist keine Entzündung im klassischen Sinn, sondern eine überlastete, im Umbau begriffene Sehne.
Die gute Seite: Die Achillessehne ist sehr anpassungsfähig – mit der richtigen, dosierten Belastung wird sie wieder belastbarer. Das braucht allerdings Konsequenz und Zeit. Dieser Ratgeber erklärt, was eine Achillodynie genau ist, wie Sie die beiden Formen unterscheiden, welche Übungen am besten belegt sind, wie Sie einen gefährlichen Achillessehnenriss erkennen – und welche Rolle Physiotherapie und Stoßwelle wirklich spielen.
Was ist eine Achillodynie? Achillessehnen-Tendinopathie erklärt
Eine Achillodynie bezeichnet belastungsabhängige Schmerzen der Achillessehne, die durch Überlastung entstehen. Die Achillessehne ist die stärkste Sehne des Körpers: Sie verbindet die Wadenmuskeln (Gastrocnemius und Soleus) mit dem Fersenbein und überträgt bei jedem Schritt die Kraft des Abstoßens. Wird sie dauerhaft mehr gefordert, als sie verträgt, reagiert das Sehnengewebe mit kleinen Schäden und Umbauvorgängen – es wird schmerzhaft und weniger belastbar.
Wichtig für das Verständnis und die Behandlung: Es handelt sich meist nicht um eine klassische Entzündung, sondern um einen Überlastungs- und Umbauprozess der Sehne. Deshalb lösen reine Entzündungshemmer das Problem selten dauerhaft. Ziel der Behandlung ist es, die Sehne über die Zeit wieder belastbar zu machen – nicht, sie ruhigzustellen. Tatsächlich verträgt eine gereizte Sehne dosierte Belastung deutlich besser als komplette Ruhe: Wer sie nur schont, verliert mit der Zeit sogar an Belastbarkeit.
Achillodynie, Tendinitis oder Tendinopathie?
Früher sprach man von „Achillodynie“ oder „Achillessehnen-Tendinitis“ – die Endung „-itis“ steht für Entzündung. Heute weiß man, dass meist kein klassischer Entzündungs-, sondern ein Umbau- und Überlastungsprozess vorliegt. Fachlich genauer ist deshalb „Achillessehnen-Tendinopathie“. Das ist mehr als Wortklauberei: Es erklärt, warum ein gezielter Belastungsaufbau wichtiger ist als reines Schonen.
Zwei Formen: mid-portion und insertionelle Achillodynie
Nicht jede Achillodynie sitzt an derselben Stelle – und das verändert die Behandlung. Man unterscheidet zwei Hauptformen, je nachdem, wo die Sehne gereizt ist:
| Form | Wo es sitzt | Besonderheit |
|---|---|---|
| Mid-portion (häufiger) | Mittlerer Sehnenabschnitt, etwa 2 bis 6 cm über der Ferse | Oft tastbare spindelförmige Verdickung |
| Insertionell | Direkt am Ansatz der Sehne am Fersenbein | Häufig mit knöcherner Reizung oder Schleimbeutel |
Die Unterscheidung ist fürs Üben entscheidend: Bei der häufigeren mid-portion-Form darf die Ferse beim Training tief unter die Stufenkante absinken. Bei der insertionellen Form dagegen reizt genau diese tiefe Endstellung den Ansatz – hier senkt man die Ferse vorsichtiger, in der Regel nur bis Bodenhöhe, und vermeidet starke Dehnung.
Wo genau tut es weh?
Tasten Sie die Sehne ab: Sitzt der empfindlichste Punkt einige Zentimeter über der Ferse, spricht das für die mid-portion-Form; liegt er direkt am Fersenbein, eher für die insertionelle. Das ist nur eine Orientierung – die sichere Einordnung gelingt in der ärztlichen oder physiotherapeutischen Untersuchung.
Welche Symptome sind typisch?
Woran erkennen Sie eine Achillodynie? Leitsymptom ist ein belastungsabhängiger Schmerz an der Achillessehne, oft kombiniert mit einer typischen Anlaufsteifigkeit. Typische Zeichen sind:
- eine morgendliche Steifigkeit der Sehne und Schmerz bei den ersten Schritten
- Schmerz zu Belastungsbeginn, der sich kurz „warmläuft“, bei längerer Belastung aber zunimmt
- ein lokaler Druckschmerz an der Sehne, hinten am Knöchel
- manchmal eine tastbare spindelförmige Verdickung oder ein Knoten (vor allem mid-portion)
- ein knirschendes oder reibendes Gefühl bei Bewegung
- ein schleichender Beginn ohne Unfallmoment
Der Ort des Schmerzes hilft beim Einordnen: Anders als der stechende Schmerz unter der Ferse bei der Plantarfasziitis sitzt die Achillodynie hinten an der Sehne. Und anders als beim akuten Umknicken gibt es keinen Unfallmoment, sondern einen langsam zunehmenden Belastungsschmerz.
Achillodynie, Fersensporn oder Riss – was ist der Unterschied?
Wo und wann es wehtut, verrät meist die Ursache. Diese Beschwerden werden am hinteren Fuß leicht verwechselt:
| Beschwerde | Wo und wann es wehtut | Worum es geht |
|---|---|---|
| Achillodynie | Hinten an der Sehne, beim Loslaufen | Überlastete Achillessehne (Tendinopathie) |
| Plantarfasziitis / Fersensporn | Unter der Ferse, erste Schritte morgens | Gereizte Sehnenplatte der Fußsohle |
| Schleimbeutelreizung (Bursitis) | Hinter dem Fersenbein, oft Druck vom Schuh | Gereizter Schleimbeutel, lokale Schwellung |
| Akuter Achillessehnenriss | Plötzlicher Schlag in die Wade | Notfall – keine Achillodynie (siehe unten) |
Diese Übersicht ersetzt keine Untersuchung. Sitzt der Schmerz unter der Ferse, lesen Sie unseren Ratgeber zum Fersenschmerz und Fersensporn. Besonders wichtig ist die letzte Zeile: Ein plötzlicher, heftiger Riss ist etwas völlig anderes als eine schleichende Achillodynie – dazu gleich mehr.
Wie entsteht eine Achillodynie? Ursachen und Risikofaktoren
Im Kern steht ein Missverhältnis zwischen Belastung und Belastbarkeit: Die Sehne wird schneller oder stärker gefordert, als sie sich anpassen kann. Begünstigend wirken:
- ein zu schneller Anstieg von Lauf- oder Sprungumfang, Tempo oder Bergtraining
- der Wiedereinstieg nach einer Pause ohne langsamen Aufbau
- ein Wechsel auf flache Schuhe, Barfußlaufen oder harte Untergründe
- eine verkürzte oder wenig belastbare Wadenmuskulatur
- Fußfehlstellungen wie eine ausgeprägte Überpronation
- zunehmendes Alter und nachlassende Sehnenelastizität
- bestimmte Medikamente (z. B. Fluorchinolon-Antibiotika oder Kortison) als bekannter Risikofaktor
Die Achillodynie gilt als typisches Läuferleiden, betrifft aber auch Menschen ohne Sport. Meist kommen mehrere Faktoren zusammen – deshalb setzt die Behandlung an zwei Hebeln an: an der klugen Steuerung der Belastung und am Aufbau der Wadenkraft. Wer einen dieser Auslöser bei sich erkennt, hat damit zugleich den ersten Ansatzpunkt, um dem nächsten Schub vorzubeugen.
Was können Sie bei Achillessehnenschmerzen selbst tun?
In den ersten Wochen entscheidet vor allem Ihr Belastungsverhalten – und zwar in beide Richtungen: weder unverändert weitermachen noch komplett pausieren. Folgende Schritte helfen:
- schmerzauslösende Spitzen (schnelles Laufen, Bergauf, Sprünge) vorübergehend reduzieren, die Alltagsbewegung aber beibehalten
- Schuhe mit etwas Fersensprengung oder leichter Absatzerhöhung können die Sehne kurzfristig entlasten – besonders bei der insertionellen Form
- Umfänge erst wieder steigern, wenn die Sehne ruhig bleibt
- Wärme zum Lockern vor der Belastung; bei akut gereizter Sehne nach starker Belastung kurz kühlen
- früh mit dem geführten Wadentraining beginnen (nächster Abschnitt) statt nur abzuwarten
Die Schmerz-Ampel: dosieren statt aushalten oder pausieren
Eine bewährte Faustregel: Leichte Beschwerden während der Bewegung sind in Ordnung, solange sie sich binnen etwa 24 Stunden wieder beruhigen und die Sehne am nächsten Morgen nicht steifer oder schmerzhafter ist. Verschlechtert sich der Anlaufschmerz von Tag zu Tag, war die Dosis zu hoch – dann eine Stufe zurück, nicht ganz aufhören.
Exzentrisches Wadentraining bei Achillodynie: Schritt für Schritt
Welche Übungen helfen am besten? Die am besten belegte Behandlung der Achillodynie ist exzentrisches Wadenkrafttraining – das langsame Absenken der Ferse, klassisch nach dem sogenannten Alfredson-Protokoll. Es setzt einen gezielten Reiz, der die Sehne über Wochen wieder belastbarer macht. Erfolg ist nicht garantiert, aber die Konsequenz lohnt sich. So gehen Sie vor:
Fersen-Senken mit gestrecktem Knie
Stellen Sie sich mit den Fußballen auf eine Treppenstufe, die Fersen ragen über die Kante, das Knie bleibt gestreckt. Drücken Sie sich mit beiden Beinen hoch auf die Zehenspitzen, verlagern Sie das Gewicht auf das betroffene Bein und senken Sie dessen Ferse dann langsam über etwa 3 Sekunden ab. Diese Variante trainiert vor allem den oberen Wadenmuskel.
Fersen-Senken mit gebeugtem Knie
Wiederholen Sie die Übung mit leicht gebeugtem Knie. So nehmen Sie den tiefer liegenden Wadenmuskel (Soleus) mit, der ebenfalls an der Achillessehne ansetzt. Beide Varianten gehören zum vollständigen Programm.
Dosierung und der erlaubte Schmerz
Üblich sind als Orientierung etwa 3 Sätze à 15 Wiederholungen je Variante, idealerweise zweimal täglich über rund 12 Wochen – individuell anzupassen. Ein leichter, tolerierbarer Sehnenschmerz beim Üben ist hier ausdrücklich erlaubt und kein Schaden.
Isometrische Halteübung für gereizte Tage
An besonders empfindlichen Tagen können Sie statt des Absenkens die Wade anspannen und die Position auf den Zehenspitzen etwa 30 bis 45 Sekunden ruhig halten. Das belastet die Sehne, ohne sie zu überfordern.
Wichtig bei der insertionellen Form (Schmerz direkt am Fersenbein): Senken Sie die Ferse hier nur bis Bodenhöhe ab, nicht unter die Stufenkante, und vermeiden Sie starke Dehnung – die tiefe Endstellung reizt sonst den Ansatz.
Nur im tolerierbaren Bereich üben
Ein dumpfer Sehnenschmerz während des Übens ist okay – ein stechender oder ausstrahlender Schmerz, ein plötzlicher Kraftverlust oder eine von Tag zu Tag zunehmende Morgensteifigkeit sind dagegen Stopp-Signale. Lassen Sie die Sehne dann ärztlich oder physiotherapeutisch abklären und das Programm anpassen.
Achtung Achillessehnenriss: wann es ein Notfall ist
Ein Warnbild müssen Sie unbedingt von der Achillodynie unterscheiden: den akuten Achillessehnenriss. Er entsteht nicht schleichend, sondern plötzlich – meist bei einer kräftigen Abstoß- oder Sprungbewegung. Das ist kein Überlastungsschmerz, den man „weiterüben“ darf, sondern ein Notfall.
Plötzlicher Knall in der Wade? Sofort abklären lassen
Typisch für einen Achillessehnenriss ist ein plötzliches, peitschenartiges Schlag- oder Tritt-Gefühl gegen die Wade, oft mit einem hörbaren Knall, gefolgt von einem deutlichen Kraftverlust: Der Zehenstand und das normale Abstoßen sind kaum noch möglich, manchmal ist eine Delle in der Sehne tastbar. Ein einfacher Hinweis ist der Wadenkneif-Test – drückt jemand in Bauchlage Ihre Wade zusammen und der Fuß bewegt sich nicht nach unten, ist das ein Warnzeichen. Bei diesem Verdacht gehören Sie zeitnah ärztlich untersucht, nicht weiterbelasten.
Auch jenseits des Risses sprechen einige Zeichen gegen eine einfache Überlastung und gehören zeitnah ärztlich abgeklärt:
- Schwellung, Rötung oder Überwärmung der Sehne (Verdacht auf Infekt oder Schleimbeutelreizung)
- anhaltender Ruhe- oder Nachtschmerz
- Beschwerden an beiden Sehnen zusammen mit anderen Gelenkproblemen (möglicher systemischer Hintergrund)
- Beschwerden kurz nach Einnahme bestimmter Antibiotika (Fluorchinolone)
Solche Warnzeichen (Red Flags) bedeuten nicht automatisch etwas Schlimmes – aber sie gehören abgeklärt, bevor Sie weitertrainieren. Unsicher, ob Selbsthilfe reicht? Der Ratgeber Wann zur Physiotherapie? hilft beim Einordnen.
Wie lange dauert eine Achillodynie? Prognose und Verlauf
Geben Sie sich Zeit: Sehnengewebe baut sich langsam um und braucht Wochen bis Monate, um wieder belastbar zu werden. Viele spüren nach einigen Wochen konsequenten Trainings erste Fortschritte, eine deutliche Besserung stellt sich oft erst über mehrere Monate ein.
Ehrlich gesagt: Bei einem Teil der Betroffenen halten die Beschwerden länger an oder kehren bei Belastungsspitzen zurück. Ein Rückschlag nach einem intensiven Tag ist normal und kein Grund, das Training abzubrechen – wichtiger ist, die Belastung danach kurz zurückzunehmen und dann wieder aufzubauen.
Tipp von Adam Wunsch, Physiotherapeut bei Physio2Go
„An der Achillessehne verunsichert viele, dass es beim Üben zieht“, sagt Adam Wunsch, Physiotherapeut bei Physio2Go. „Genau hier ist es anders als sonst: Ein leichter, gut auszuhaltender Schmerz beim Fersensenken gehört dazu und schadet der Sehne nicht. Der eigentliche Gradmesser ist der nächste Morgen – fühlt sich die Sehne dann nicht schlechter an, war die Dosis richtig. So lernen Sie, der Sehne zu vertrauen, statt jeden Schmerz zu vermeiden.“
Wie hilft Physiotherapie? Und was bringt Stoßwelle?
Bei einer Achillodynie ist Physiotherapie nicht nur Begleitung, sondern der Kern der Behandlung: Sie setzt genau am Problem an – an der Belastbarkeit der Sehne und der Kraft der Wade. Das geführte, schrittweise gesteigerte Krafttraining ist die am besten belegte Maßnahme. Typische Bausteine sind:
- ein gezielter Befund: Gangbild, Wadenkraft und -länge, Tastbefund der Sehne (mid-portion oder insertionell) und ein Blick auf Ihre Schuhe
- ein angeleitetes, progressiv gesteigertes Wadenkrafttraining für zuhause
- Manuelle Therapie für die Beweglichkeit von Sprunggelenk und Wade
- Belastungssteuerung und ein strukturierter Wiedereinstieg in Sport und Lauftraining (Return to Sport)
- bei Bedarf Kinesio-Taping zur kurzfristigen Entlastung
Und was bringt die Stoßwellentherapie (ESWT)? Sie kann bei einer hartnäckigen, chronischen Achillodynie eine Ergänzung sein, ersetzt das Krafttraining aber nicht. Wichtig zur Kostenfrage: Anders als beim plantaren Fersenschmerz, wo die gesetzliche Kasse die Stoßwelle seit 2019 unter Bedingungen übernimmt, ist sie an der Achillessehne in der Regel eine Selbstzahlerleistung (IGeL). Die Behandlung läuft als Krankengymnastik oder Manuelle Therapie auf ärztliche Verordnung; wie ein erster Termin abläuft, lesen Sie im Ratgeber zum ersten Physiotherapie-Termin.
Achillodynie vorbeugen: Wadenkraft und kluge Belastung
Vorbeugen heißt vor allem, Belastung und Belastbarkeit im Gleichgewicht zu halten – die Sehne also fordern, ohne sie zu überrumpeln:
- Trainingsumfänge schrittweise steigern – die 10-Prozent-Faustregel pro Woche ist eine grobe Orientierung, keine starre Regel
- die Wadenmuskulatur regelmäßig kräftigen, auch ohne Beschwerden
- Wechsel von Schuhen, Untergrund oder Tempo behutsam einführen
- nach Pausen langsam wieder aufbauen statt sofort am alten Niveau anzusetzen
- erste Warnsignale wie eine zunehmende Anlaufsteifigkeit ernst nehmen und früh dosieren
Wer regelmäßig läuft, kennt das Prinzip aus anderen Überlastungsbeschwerden wie dem Läuferknie: Eine kontinuierlich geforderte Struktur bleibt belastbarer als eine geschonte.
Kosten, Kasse und Termin in Gelsenkirchen
Krankengymnastik und Manuelle Therapie bei einer Achillodynie sind Heilmittel und werden mit ärztlicher Verordnung von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen; es bleibt die gesetzliche Zuzahlung. Die Übersicht:
| Maßnahme | Wer zahlt? | Hinweis |
|---|---|---|
| Krankengymnastik / Manuelle Therapie | Gesetzliche Kasse (auf Verordnung) | Eigenanteil 10 Prozent plus 10 Euro je Rezept, außer bei Befreiung |
| Stoßwelle (ESWT) an der Achillessehne | In der Regel Selbstzahler (IGeL) | GKV-Erstattung nur bei plantarem Fersenschmerz, nicht an der Achillessehne |
| Fersenkissen / Schuhzurichtung | Kasse als Hilfsmittel oder selbst | Je nach ärztlicher Verordnung; ggf. Eigenanteil |
| Tape und Zubehör für zuhause | Sie selbst | Kleinmaterial, meist ohne Rezept |
Diese Angaben geben die aktuelle Lage wieder und können sich ändern – im Zweifel fragen Sie kurz bei Ihrer Krankenkasse nach. Besonders die Stoßwellen-Erstattung gilt bisher ausdrücklich nur für den Fersenschmerz, nicht für die Achillessehne.
Ziehen sich Ihre Achillessehnenschmerzen über Wochen, kommen sie beim Laufen immer wieder oder sind Sie unsicher, ob Sie richtig üben? Dann schauen wir genau hin. In unserer Praxis im Neumarkthaus (Gelsenkirchener Altstadt) prüfen wir Wadenkraft, Sehnentastbefund und Ihr Schuhwerk und bauen daraus ein Programm, das zu Ihrem Alltag und Ihrem Sport passt – auf Wunsch auch als Hausbesuch, wenn Gehen und Treppen gerade zur Hürde werden.
Termin in Gelsenkirchen
Melden Sie sich telefonisch oder über das Kontaktformular. Bringen Sie zum ersten Termin Ihre ärztliche Verordnung und Ihre gewohnten Sport- und Alltagsschuhe mit; hilfreich ist außerdem, vorab zu schauen, ob der Schmerz mittig in der Sehne oder direkt am Fersenbein sitzt.
Häufige Fragen
Was ist eine Achillodynie – und ist die Achillessehne entzündet?
Eine Achillodynie sind belastungsabhängige Schmerzen der Achillessehne durch Überlastung. Anders als der Name „-itis“ früher nahelegte, steckt meist keine klassische Entzündung dahinter, sondern ein Umbau- und Überlastungsprozess der Sehne – fachlich eine Achillessehnen-Tendinopathie. Deshalb helfen reine Entzündungshemmer selten dauerhaft; im Vordergrund steht, die Sehne über die Zeit wieder belastbar zu machen.
Was ist der Unterschied zwischen mid-portion und insertioneller Achillodynie?
Bei der mid-portion-Form sitzt die Reizung im mittleren Sehnenabschnitt, etwa 2 bis 6 Zentimeter über der Ferse – oft mit tastbarer Verdickung. Bei der insertionellen Form liegt sie direkt am Ansatz der Sehne am Fersenbein. Das ist fürs Üben wichtig: Bei der insertionellen Form senkt man die Ferse nur bis Bodenhöhe und vermeidet starke Dehnung, weil die tiefe Endstellung den Ansatz reizt.
Welche Übungen helfen bei Achillessehnenschmerzen?
Am besten belegt ist exzentrisches Wadenkrafttraining – das langsame Absenken der Ferse über eine Treppenstufe, mit gestrecktem und mit gebeugtem Knie (Alfredson-Protokoll). Üblich sind als Orientierung etwa 3 Sätze à 15 Wiederholungen je Variante, idealerweise zweimal täglich über rund 12 Wochen. Ein leichter, tolerierbarer Sehnenschmerz beim Üben ist erlaubt; entscheidend ist, dass die Sehne am nächsten Morgen nicht schlechter ist.
Wie lange dauert es, bis eine Achillodynie besser wird?
Sehnengewebe braucht Zeit: Erste Fortschritte spüren viele nach einigen Wochen konsequenten Trainings, eine deutliche Besserung oft erst über mehrere Monate. Bei einem Teil halten die Beschwerden länger an oder kehren bei Belastungsspitzen zurück. Rückschläge nach intensiven Tagen sind normal – wichtiger als schnelle Erfolge ist, dranzubleiben und die Belastung klug zu steuern.
Darf ich bei einer Achillodynie weiterlaufen oder Sport machen?
Meist ja – aber dosiert. Komplettes Pausieren macht die Sehne eher schwächer, unverändert weiterzumachen überfordert sie. Reduzieren Sie vorübergehend die schmerzauslösenden Spitzen (Tempo, Bergauf, Sprünge), halten Sie die Grundbewegung bei und steigern Sie erst wieder, wenn die Sehne ruhig bleibt. Die Faustregel: leichter Schmerz während der Belastung ist okay, solange er sich binnen eines Tages beruhigt.
Woran erkenne ich einen Achillessehnenriss – und ist das ein Notfall?
Ein Achillessehnenriss kommt plötzlich, meist bei einer kräftigen Abstoßbewegung: ein peitschenartiges Schlag-Gefühl gegen die Wade, oft mit hörbarem Knall, danach deutlicher Kraftverlust – der Zehenstand gelingt kaum noch. Das ist ein Notfall und keine Achillodynie. Bei diesem Verdacht sollten Sie die Sehne nicht weiterbelasten, sondern zeitnah ärztlich abklären lassen.
Bringt eine Stoßwellentherapie an der Achillessehne etwas und zahlt das die Kasse?
Die Stoßwellentherapie (ESWT) kann bei einer hartnäckigen, chronischen Achillodynie eine Ergänzung sein, ersetzt das Krafttraining aber nicht – als alleinige Behandlung ist ihr Nutzen begrenzt. Zur Kostenfrage: Die gesetzliche Kasse übernimmt die Stoßwelle nur beim plantaren Fersenschmerz (seit 2019, unter Bedingungen). An der Achillessehne ist sie in der Regel eine Selbstzahlerleistung (IGeL).
Übernimmt die Krankenkasse die Physiotherapie bei Achillodynie – auch als Hausbesuch in Gelsenkirchen?
Ja. Mit einer ärztlichen Verordnung übernimmt die gesetzliche Krankenkasse Krankengymnastik oder Manuelle Therapie bei einer Achillodynie; es bleibt die gesetzliche Zuzahlung. Ist ein Hausbesuch ärztlich vermerkt, gilt das auch für die Behandlung zuhause – in unserer Praxis im Neumarkthaus oder per Hausbesuch in ganz Gelsenkirchen.
Quellen
- Sehnenreizung (mit Achillessehne) – IQWiG / gesundheitsinformation.de
- Wie werden Sehnenreizungen behandelt? – IQWiG / gesundheitsinformation.de
- Stoßwellentherapie bei Fersenschmerz wird Kassenleistung (G-BA, Beschluss 2018 / Umsetzung 2019)
- Achillessehnenruptur – AMBOSS (Notfall-Abgrenzung, Thompson-Test)
Weiterführend
Über die Autoren
Physio2Go-Redaktion
Praxis-Team von Physio2Go im Neumarkthaus, Gelsenkirchen
Fachlich geprüfte Ratgeber des Physiotherapie-Teams von Physio2Go im Neumarkthaus. Wir behandeln in unserer Praxis in der Gelsenkirchener Altstadt und als Hausbesuch in ganz Gelsenkirchen.
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