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Physiotherapie-Glossar

Was bedeutet eigentlich Propriozeption, was ein Hartspann und was steht hinter „KG-ZNS“? Hier erklären wir die wichtigsten Fachbegriffe aus unseren Ratgebern und dem Praxisalltag – kurz, verständlich und mit Verweis auf weiterführende Beiträge.

Anatomie & Strukturen

  • Außenbänder (Sprunggelenk)

    Drei Bänder an der Außenseite des Sprunggelenks, die es seitlich sichern. Beim Umknicken nach innen (Supinationstrauma) werden meist sie überdehnt oder reißen.

    Umgeknickt: Bänderverletzung
  • Bandscheibe

    Ein elastischer Puffer aus festem Faserring und weichem Gallertkern zwischen zwei Wirbeln. Sie federt Belastung ab; wölbt sich der Kern vor, spricht man von einer Protrusion, tritt er aus, von einem Bandscheibenvorfall (Prolaps).

    Bandscheibenvorfall: was hilft
  • Faszien

    Bindegewebige Hüllen, die Muskeln, Sehnen und Organe umschließen und miteinander verbinden. Verkleben oder verhärten sie, kann das die Beweglichkeit beeinflussen.

  • Halswirbelsäule (HWS)

    Die oberen sieben Wirbel der Wirbelsäule, die den Kopf tragen und ihn beweglich machen. Abgekürzt HWS; der Brust- und der Lendenbereich heißen entsprechend BWS und LWS.

  • Kreuzband (VKB)

    Zwei sich kreuzende Bänder, die das Knie stabilisieren. Das vordere Kreuzband (VKB) sichert gegen Verrutschen und Verdrehen; reißt es, wird es oft durch eine körpereigene Sehne ersetzt (Kreuzbandplastik).

    Reha nach Kreuzband-OP
  • Meniskus

    Zwei halbmondförmige Knorpelscheiben im Knie, die Stöße abfedern und das Gelenk beim Bewegen führen. Reißt ein Meniskus, wird er möglichst genäht (erhaltend) oder der zerstörte Teil entfernt (Teilresektion).

    Knie-Reha nach Meniskus-OP
  • Propriozeption (Tiefensensibilität)

    Der unbewusste Sinn für die Stellung und Bewegung der eigenen Gelenke. Nach einer Verletzung ist er oft gestört; gezieltes Balancetraining kann ihn wieder schärfen und so das Risiko eines erneuten Umknickens senken.

    Bänderverletzung am Sprunggelenk
  • Triggerpunkt

    Eine besonders druckempfindliche, verhärtete Stelle in einem verspannten Muskel. Sie kann lokal schmerzen und den Schmerz auch in andere Bereiche ausstrahlen lassen (übertragener Schmerz).

    Massage bei Verspannungen

Beschwerden & Diagnosen

  • Arthrose

    Ein fortschreitender Verschleiß des Gelenkknorpels, häufig in Knie (Gonarthrose) oder Hüfte (Coxarthrose). Typisch sind Anlaufschmerz und Steifigkeit; Bewegung gehört zu den wichtigsten Maßnahmen.

    Arthrose in Knie und Hüfte
  • Bandscheibenvorfall

    Tritt Gewebe des Gallertkerns durch den Faserring aus und reizt eine Nervenwurzel, spricht man von einem Bandscheibenvorfall (Prolaps). Typisch sind in ein Bein ausstrahlende Schmerzen; die meisten bilden sich ohne Operation zurück.

    Bandscheibenvorfall LWS
  • CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion)

    Eine Funktionsstörung des Kiefergelenks und der Kaumuskeln. Sie kann Kiefer-, Nacken- und Kopfschmerzen, ein Knacken oder nächtliches Zähneknirschen (Bruxismus) verursachen.

    CMD: Symptome und Behandlung
  • Hartspann

    Ein dauerhaft verhärteter, tastbarer Strang in einem Muskel. Er entsteht durch anhaltende Überlastung oder Fehlhaltung und kann schmerzhaft sein.

    Massage bei Muskelhartspann
  • HWS-Distorsion (Schleudertrauma)

    Die Überdehnung der Halswirbelsäule durch einen ruckartigen Stoß, meist bei einem Heckaufprall. Betroffen sind in der Regel Weichteile, nicht der Knochen; die Beschwerden treten oft erst Stunden später auf.

    Schleudertrauma nach Unfall
  • Lymphödem

    Eine sichtbare Schwellung, weil Lymphflüssigkeit nicht richtig abfließt – etwa nach Operationen oder bei geschädigten Lymphbahnen. Behandelt wird es mit Manueller Lymphdrainage und Kompression.

    Manuelle Lymphdrainage
  • Sarkopenie

    Der altersbedingte Abbau von Muskelmasse und -kraft. Er macht Bewegungen unsicherer und erhöht das Sturzrisiko; gezieltes Krafttraining wirkt ihm entgegen.

    Sturzprävention für Senioren
  • Zervikogener Kopfschmerz

    Kopfschmerz, der seinen Ursprung in der Halswirbelsäule und der Nackenmuskulatur hat. Verspannungen und die oberen Kopfgelenke übertragen den Schmerz in den Kopf.

    Kopfschmerzen aus dem Nacken

Behandlungen & Heilmittel

  • KG-ZNS (Bobath)

    Krankengymnastik bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems, etwa nach einem Schlaganfall. Sie bahnt Bewegungen neu an und unterstützt Gleichgewicht und Alltagsfunktionen.

    Physiotherapie nach Schlaganfall
  • Kinesio-Taping

    Das Aufkleben elastischer Baumwollbänder auf die Haut, das Bewegung zulässt und sie begleiten soll. Ein fester, unelastischer Tapeverband dagegen stützt das Gelenk und stellt es ruhig.

    Kinesio-Taping: was bringt es?
  • Klassische Massage

    Eine überwiegend muskuläre Massagetherapie mit festen Grifftechniken, die Verspannungen lösen und die Durchblutung fördern soll. Mit ärztlicher Verordnung ist sie ein Heilmittel, sonst eine Selbstzahlerleistung.

    Massage als Heilmittel erklärt
  • Krankengymnastik (KG)

    Die klassische Form der Physiotherapie mit aktiven Übungen und gezielten Handgriffen, um Beweglichkeit, Kraft und Koordination zu verbessern. Sie ist ein ärztlich verordnungsfähiges Heilmittel.

    Krankengymnastik – unsere Leistung
  • Manuelle Lymphdrainage (MLD)

    Eine sanfte, großflächige Grifftechnik, die gestaute Lymphflüssigkeit in Bewegung bringt und so Schwellungen reduziert – etwa nach Operationen oder bei einem Lymphödem.

    Lymphdrainage: Ablauf und Kosten
  • Manuelle Therapie (MT)

    Eine spezielle Behandlungsform mit sanften Handgrifftechniken, die blockierte oder eingeschränkte Gelenke mobilisiert. An der Halswirbelsäule wird besonders behutsam und ohne ruckartiges „Einrenken“ gearbeitet.

    Manuelle Therapie erklärt
  • PECH-Regel

    Erstversorgung einer frischen Verletzung: Pause, Eis (kühlen), Compression (leichter Druckverband) und Hochlagern. In den ersten Stunden dämpft sie Schwellung und Schmerz, ist aber kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung.

    Umgeknickt: erste Hilfe
  • Ultraschalltherapie

    Eine physikalische Anwendung, bei der Schallwellen Wärme und feine Schwingungen ins Gewebe bringen. Sie wird begleitend eingesetzt; ihr Nutzen ist wissenschaftlich umstritten.

    Wärme- und Ultraschalltherapie
  • Wärmetherapie

    Anwendungen wie Fango, Heißluft oder die heiße Rolle, die Gewebe erwärmen, die Durchblutung anregen und Muskeln entspannen. Sie wird begleitend eingesetzt, nicht bei akuten Entzündungen.

    Wärme- und Ultraschalltherapie

Reha, Training & Sicherheit

  • Arthrogene Muskelhemmung

    Ein Reflex, bei dem Schwellung und Schmerz in einem Gelenk die zugehörige Muskulatur abschwächen und schlechter ansteuerbar machen – ein Grund, warum frühe Reha nach einer Operation so wichtig ist.

    Knie-Reha: Muskelaufbau
  • Frühfunktionelle Behandlung

    Der Grundsatz, eine Verletzung früh und schmerzangepasst wieder zu bewegen, statt sie lange ruhigzustellen. Frühe Bewegung beschleunigt oft die Genesung – im Rahmen der ärztlichen Freigabe.

    Schleudertrauma: aktiv bleiben
  • Gangschule

    Das gezielte Üben eines sicheren, runden Gangbildes – etwa nach einer Operation oder bei Unsicherheit, oft mit schrittweisem Abbau der Gehstützen.

    Knie-Reha nach OP
  • Red Flags (Warnzeichen)

    Bestimmte Warnzeichen, die eine rasche ärztliche Abklärung erfordern – etwa Lähmungen, Taubheit, ein Frakturverdacht oder akute Notfälle. Physiotherapie ersetzt diese Abklärung nicht.

  • Return to Sport

    Die schrittweise Rückkehr zum Sport nach einer Verletzung oder Operation. Entscheidend sind erfüllte Kriterien wie Kraft, Beweglichkeit und Kontrolle – nicht allein der Kalender.

    Knie-Reha und Return to Sport
  • Sturzprävention

    Maßnahmen, die das Sturzrisiko im Alter senken – vor allem Kraft- und Gleichgewichtstraining sowie eine sicher eingerichtete Wohnung.

    Sturzprävention für Senioren

Kasse & Organisation

  • Ärztliche Verordnung (Rezept)

    Das ärztliche Rezept, das Art und Menge eines Heilmittels festlegt. Ohne Verordnung ist eine Behandlung eine Selbstzahlerleistung.

  • Besonderer Verordnungsbedarf

    Eine Regelung, nach der bei bestimmten schweren Diagnosen mehr Behandlungseinheiten verordnet werden können, ohne das Praxisbudget zu belasten – etwa nach Operationen.

    Verordnung nach Knie-OP
  • Gesetzliche Zuzahlung

    Der gesetzliche Eigenanteil bei Kassenleistungen: in der Regel 10 Prozent der Kosten zuzüglich 10 Euro je Verordnung. Wer von der Zuzahlung befreit ist, zahlt nichts.

  • Hausbesuch

    Physiotherapie zuhause, wenn der Weg in die Praxis schwerfällt. Steht ein Hausbesuch-Vermerk auf der ärztlichen Verordnung, übernimmt die Krankenkasse auch die Behandlung zuhause.

    Hausbesuch in Gelsenkirchen
  • Heilmittel

    Ärztlich verordnete medizinische Leistungen wie Krankengymnastik, Manuelle Therapie oder Lymphdrainage. Welche Heilmittel bei welcher Diagnose möglich sind, regelt der Heilmittelkatalog.

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