Zum Inhalt springen

Fuß & Sprunggelenk

Fersenschmerz unter der Ferse: Was bei Plantarfasziitis und Fersensporn hilft

Physio2Go-Redaktion · 24. Juni 2026

Der erste Schritt aus dem Bett – und ein stechender Schmerz unter der Ferse: So beginnt für viele Menschen mit Plantarfasziitis der Tag. Fersenschmerz gehört zu den häufigsten Fußbeschwerden überhaupt, und fast immer steckt eine gereizte Sehnenplatte an der Fußsohle dahinter, nicht der oft beschuldigte Fersensporn. Die gute Nachricht: In den allermeisten Fällen lassen sich die Beschwerden ohne Operation in den Griff bekommen – mit Geduld, den richtigen Übungen und einer klugen Belastungssteuerung.

Dieser Ratgeber erklärt, was hinter plantarem Fersenschmerz steckt, wie Sie Plantarfasziitis, Fersensporn und Achillessehnen-Beschwerden auseinanderhalten, welche Übungen die Reizung beruhigen können und wann Sie besser ärztlich abklären lassen. Und er zeigt, wie Physiotherapie – in der Praxis oder als Hausbesuch in Gelsenkirchen – Sie dabei unterstützt.

Was ist Plantarfasziitis? Fersenschmerz unter der Ferse erklärt

Was ist Plantarfasziitis? Plantarfasziitis ist eine schmerzhafte Reizung der Plantarfaszie – einer kräftigen Faszie (Sehnenplatte) an der Fußsohle, die von der Ferse bis zu den Zehen zieht und das Längsgewölbe des Fußes wie eine Sehne spannt. Wird diese Platte an ihrem Ansatz unter dem Fersenbein überlastet, entstehen feine Reizungen am Gewebe – und genau dort, unter der Ferse, tut es weh.

Fachleute sprechen heute häufig von einer Plantarfasziopathie statt von einer klassischen Entzündung, weil im Gewebe meist ein Überlastungs- und Umbauprozess vorliegt und keine typische Entzündung. Für das Vorgehen ändert das wenig, erklärt aber, warum reine Entzündungshemmer das Problem selten dauerhaft lösen – entscheidend ist, die Faszie schrittweise wieder belastbar zu machen.

Plantarfasziitis oder Plantarfasziopathie?

Beide Begriffe meinen dasselbe Beschwerdebild. Die Endung „-itis“ steht eigentlich für Entzündung; weil aber meist ein Überlastungsschaden ohne typische Entzündung vorliegt, ist „Plantarfasziopathie“ der genauere Begriff. Im Alltag und beim Arzt hören Sie meist „Plantarfasziitis“.

Plantarfasziitis, Fersensporn oder Achillodynie – was ist der Unterschied?

Fersenschmerz ist nicht gleich Fersenschmerz. Wo genau es wehtut und wann, verrät oft schon, worum es geht. Am häufigsten ist die Plantarfasziitis unter der Ferse; davon abzugrenzen sind der knöcherne Fersensporn und Beschwerden der Achillessehne (Achillodynie) hinten an der Ferse. Die folgende Übersicht hilft beim Einordnen – sie ersetzt aber keine ärztliche Untersuchung.

Fersenschmerz einordnen: häufige Ursachen im Vergleich
BeschwerdeWo & wann es wehtutWorum es geht
PlantarfasziitisUnter der Ferse, vor allem die ersten Schritte morgensGereizte Sehnenplatte (Plantarfaszie) am Fersenbein – die häufigste Ursache
FersenspornOft gar nicht – meist Zufallsbefund im RöntgenKnöcherne Anlagerung am Faszienansatz; meist Begleitbefund, selten selbst der Auslöser
AchillodynieHinten an der Ferse / Achillessehne, beim LoslaufenGereizte Achillessehne – anderer Ort, andere Behandlung
Fersenpolster-ProblemMittig unter dem Fersenbein, dumpf beim AuftretenGequetschtes Fettpolster – vor allem nach hartem Aufprall

Bleiben die Beschwerden trotz Eigenmaßnahmen über Wochen bestehen oder sind Sie unsicher, welche Ursache vorliegt, lohnt der Weg zur Ärztin oder in die Physiotherapie – dort lässt sich der Druckpunkt gezielt eingrenzen.

Verursacht der Fersensporn die Schmerzen?

Verursacht der Fersensporn die Schmerzen? Meistens nicht. Der Fersensporn ist eine wenige Millimeter große, dornförmige Verknöcherung am Ansatz der Plantarfaszie – eine Anpassung des Knochens an jahrelangen Zug. Etwa die Hälfte der Menschen mit Plantarfasziitis hat einen solchen Sporn, aber auch viele völlig beschwerdefreie Menschen tragen ihn, ohne es zu wissen.

Deshalb gilt: Der Sporn ist meist ein Begleitbefund, nicht der Auslöser. Der Schmerz stammt in aller Regel aus der gereizten Faszie, nicht aus dem Knochen. Ein im Röntgenbild sichtbarer Sporn hat für die Behandlung selbst kaum Bedeutung – behandelt wird die Überlastung der Faszie, nicht der Sporn. Das ist auch der Grund, warum eine operative Entfernung nur in seltenen Ausnahmefällen und erst nach Ausschöpfen aller konservativen Möglichkeiten überhaupt ein Thema ist.

Lassen Sie sich von der Diagnose nicht verunsichern

Der Knochendorn an sich ist harmlos. Entscheidend für Ihre Beschwerden – und für die Behandlung – ist die Faszie, und die lässt sich mit Dehnung, Belastungssteuerung und Krafttraining gut beeinflussen.

Welche Symptome sind typisch – und woran erkenne ich Plantarfasziitis?

Woran erkennen Sie eine Plantarfasziitis? Das Leitsymptom ist der morgendliche Anlaufschmerz: Die ersten Schritte nach dem Aufstehen – oder nach längerem Sitzen – schmerzen stechend unter der Ferse und bessern sich nach ein paar Minuten in Bewegung. Typisch sind außerdem:

  • ein klar tastbarer Druckpunkt am inneren Rand des Fersenbeins
  • Anlaufschmerz morgens und nach Ruhepausen, der sich „warmläuft“
  • Zunahme der Beschwerden nach langem Stehen, Gehen oder Laufen
  • Schmerz beim Abrollen oder beim Stehen auf hartem, flachem Boden
  • ein oft schleichender Beginn ohne erkennbaren Unfall

Anders als beim Umknicken am Sprunggelenk gibt es bei der Plantarfasziitis keinen Unfallmoment – die Beschwerden entwickeln sich langsam aus einer Überlastung. Und anders als der Anlaufschmerz bei Arthrose in Knie oder Hüfte, der aus dem Gelenk kommt, sitzt der Schmerz hier klar unter der Ferse.

Wie entsteht plantarer Fersenschmerz? Ursachen & Risikofaktoren

Wie entsteht plantarer Fersenschmerz? Im Kern ist es eine Überlastung: Die Plantarfaszie muss bei jedem Schritt Zugkräfte abfangen. Steigt diese Belastung schneller, als sich das Gewebe anpassen kann, entstehen Reizungen am Faszienansatz. Begünstigt wird das durch mehrere Faktoren:

  • eine plötzliche Steigerung von Lauf- oder Gehumfängen (neuer Sport, langer Urlaub mit viel Gehen)
  • eine verkürzte Wadenmuskulatur und Achillessehne, die den Zug auf die Faszie erhöht
  • Fußformen wie ein ausgeprägter Senk-, Platt- oder Hohlfuß
  • langes Stehen und Gehen auf hartem Boden – etwa in stehenden Berufen
  • Übergewicht, das die Faszie dauerhaft stärker belastet
  • ungeeignetes, abgelaufenes oder zu flaches Schuhwerk

Oft kommen mehrere dieser Faktoren zusammen. Das erklärt, warum die Behandlung selten an einer einzigen Stellschraube ansetzt, sondern Belastung, Beweglichkeit der Wade und Schuhwerk gemeinsam in den Blick nimmt.

Was können Sie selbst tun? Erste Hilfe bei Fersenschmerz

Was können Sie selbst tun? Eine Menge – und gerade in den ersten Wochen ist Ihr eigenes Verhalten entscheidend. Wichtig ist die richtige Dosis: Belastung dosieren statt komplett pausieren. Wer den Fuß ganz ruhigstellt, verliert Belastbarkeit; wer trotz Schmerz unverändert weiterläuft, hält die Reizung wach. Der Mittelweg ist das Ziel.

  • Belastung anpassen: schmerzhafte Spitzen (langes Laufen, Wandern) vorübergehend reduzieren, normale Alltagsbewegung beibehalten
  • gut dämpfende, stützende Schuhe tragen – auch in der Wohnung, statt barfuß auf Fliesen
  • die Fußsohle morgens vor dem ersten Aufstehen sanft dehnen (siehe Übungen unten)
  • die Ferse nach Belastung kühlen, zum Beispiel mit einer gekühlten Flasche unter dem Fuß
  • die Plantarfaszie mit einem Ball ausrollen, um verspannte Bereiche und Triggerpunkte zu lösen

Belastung steuern statt aushalten

Die Faustregel: Leichte Beschwerden während der Bewegung sind in Ordnung, solange sie nach der Belastung rasch abklingen und am nächsten Morgen nicht schlimmer sind. Verstärkt sich der Anlaufschmerz von Tag zu Tag, war die Dosis zu hoch – dann einen Gang zurückschalten.

Übungen bei Plantarfasziitis: Dehnung & exzentrisches Training Schritt für Schritt

Welche Übungen helfen bei Plantarfasziitis? Drei Bausteine haben sich bewährt: das Dehnen der Plantarfaszie, das Dehnen der Wade und ein langsames Krafttraining der Wade, das sogenannte exzentrische Training. Führen Sie die Übungen ruhig und nur im gut erträglichen Bereich aus – nicht in den Schmerz hinein. So gehen Sie Schritt für Schritt vor:

  1. Plantarfaszie dehnen (morgens vor dem ersten Schritt)

    Setzen Sie sich, schlagen Sie den betroffenen Fuß über das andere Knie und ziehen Sie die Zehen mit der Hand sanft Richtung Schienbein, bis Sie an der Fußsohle eine Dehnung spüren. Halten Sie etwa 30 Sekunden, 3 Wiederholungen – am besten morgens noch vor dem Aufstehen und über den Tag verteilt. Dieses Vordehnen nimmt dem ersten Schritt oft die Schärfe.

  2. Wade an der Wand dehnen

    Stützen Sie sich mit den Händen an der Wand ab, das betroffene Bein gestreckt nach hinten, die Ferse bleibt am Boden, das vordere Knie beugt sich. Schieben Sie die Hüfte langsam nach vorn, bis die Wade zieht, und halten Sie 30 Sekunden. 3 Wiederholungen je Seite. Eine lockere Wade senkt den Zug auf die Faszie.

  3. Exzentrisches Fersenheben auf der Stufe

    Stellen Sie sich mit dem Fußballen auf eine Treppenstufe, die Fersen ragen über die Kante. Drücken Sie sich mit beiden Beinen auf die Zehenspitzen und senken Sie dann die betroffene Ferse langsam über etwa 3 Sekunden unter die Stufenkante ab. 10 bis 12 Wiederholungen, 3 Serien, jeden zweiten Tag. Das langsame Absenken macht Wade und Faszie belastbarer.

  4. Fußsohle mit dem Ball mobilisieren

    Rollen Sie die Fußsohle im Sitzen 1 bis 2 Minuten mit sanftem Druck über einen Tennis- oder Faszienball – von der Ferse bis zum Ballen. Eine gekühlte Flasche wirkt zusätzlich angenehm. Bleiben Sie bei einem Druck, der sich „wohltuend unangenehm“, nicht scharf anfühlt.

Nur im erträglichen Bereich üben

Übungen dürfen ziehen oder leicht fordern, aber keinen stechenden Schmerz auslösen. Verstärken sich die Beschwerden während oder nach den Übungen deutlich oder strahlen sie aus, pausieren Sie und lassen Sie das Programm in der Physiotherapie an Ihren Befund anpassen. Qualität und Regelmäßigkeit zählen mehr als Intensität.

Wann sollten Sie mit Fersenschmerz zum Arzt? Warnzeichen (Red Flags)

Plantarfasziitis ist in aller Regel harmlos und klingt mit Geduld wieder ab. Manche Warnzeichen sprechen aber gegen eine einfache Überlastung und gehören ärztlich abgeklärt – am besten zuerst, bevor Sie ein Übungsprogramm starten.

Diese Warnzeichen ärztlich abklären lassen

Lassen Sie Fersenschmerz ärztlich untersuchen, wenn zusätzlich Warnzeichen auftreten: Ruhe- oder Nachtschmerz, der nicht von Belastung abhängt; Taubheit, Kribbeln oder ausstrahlende Schmerzen Richtung Fußsohle (mögliche Nervenenge); Schwellung, Rötung, Überwärmung oder Fieber (Infektverdacht); ein akutes Trauma mit Verdacht auf einen Bruch; oder beidseitige Fersenschmerzen zusammen mit Gelenkbeschwerden (möglicher Hinweis auf eine rheumatische Ursache).

Solche Warnzeichen (Red Flags) bedeuten nicht automatisch etwas Ernstes – sie sind aber ein Grund, der Sache zuerst ärztlich auf den Grund zu gehen. Die Abklärung kann je nach Verdacht umfassen:

  • einen Tastbefund und gezielte Tests, um den Schmerzpunkt einzugrenzen
  • bei Bedarf einen Ultraschall oder ein Röntgen (etwa zum Ausschluss eines Bruchs)
  • eine Blutuntersuchung, wenn eine rheumatische oder entzündliche Ursache im Raum steht
  • die Verordnung von Physiotherapie oder Einlagen, wenn eine Plantarfasziitis bestätigt ist

Unsicher, ob Ihre Beschwerden noch Selbsthilfe-Sache sind oder zum Profi gehören? Unser Wegweiser „Wann zur Physiotherapie?“ hilft bei der Einordnung.

Wie hilft Physiotherapie bei Plantarfasziitis und Fersensporn?

Wie hilft Physiotherapie bei Plantarfasziitis und Fersensporn? Sie setzt genau dort an, wo das Problem entsteht: an der Belastbarkeit der Faszie und der Beweglichkeit der Wade. In einem fersenspezifischen Befund schauen wir uns Ihr Gangbild, die Länge von Wade und Achillessehne, das Fußgewölbe, den Druckpunkt am Fersenbein und Ihr Schuhwerk an – und leiten daraus ein Programm ab, das zu Ihrem Alltag passt. Typische Bausteine sind:

  • ein angeleitetes Dehn- und Krafttraining für Faszie und Wade, das Sie sicher zuhause fortführen
  • Manuelle Therapie und Faszientechniken, um Wade, Fußsohle und Sprunggelenk beweglicher zu machen
  • eine Belastungssteuerung: wie viel Gehen, Stehen oder Laufen gerade sinnvoll ist und wie Sie schrittweise wieder aufbauen
  • Kinesio-Taping zur kurzfristigen Entlastung der Faszie, wenn es passt
  • Beratung zu Schuhwerk und – in Abstimmung mit der Ärztin – zu Einlagen

Die Behandlung läuft als Krankengymnastik oder Manuelle Therapie auf ärztliche Verordnung. Wie ein erster Termin abläuft und was Sie mitbringen, lesen Sie im Ratgeber zum ersten Physiotherapie-Termin. Einlagen selbst gehören übrigens nicht zur Physiotherapie, sondern sind ein ärztlich verordnetes Hilfsmittel – wir beraten Sie aber gern, wann sie sinnvoll sind.

Stoßwelle, Einlagen & Geduld: Wie lange dauert es?

Was ist mit Stoßwellentherapie, Einlagen und Nachtschienen? Diese Verfahren können die Basis aus Übungen und Belastungssteuerung ergänzen, ersetzen sie aber nicht. Die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) wird bei hartnäckigem Fersenschmerz eingesetzt; ihre Wirksamkeit ist in Studien allerdings uneinheitlich belegt. Wichtig zu wissen: Seit 2019 übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Stoßwelle bei Plantarfasziitis unter Bedingungen – wenn die Beschwerden seit mindestens sechs Monaten bestehen und andere konservative Maßnahmen nicht geholfen haben (in der Regel bis zu drei Sitzungen je Fuß). Außerhalb dieser Voraussetzungen ist sie eine Selbstzahlerleistung.

Orthopädische Einlagen können die Faszie entlasten, Nachtschienen halten den Fuß über Nacht in leichter Dehnung – beides kann in einzelnen Fällen helfen und wird ärztlich verordnet beziehungsweise angepasst. Über allem steht jedoch die Geduld: Plantarer Fersenschmerz bessert sich meist langsam über Wochen bis Monate. Die meisten Menschen sind nach einigen Monaten wieder beschwerdefrei, oft innerhalb eines Jahres; bei einem Teil halten die Beschwerden allerdings auch länger an – auch das gehört zur ehrlichen Erwartung.

Tipp von Adam Wunsch, Physiotherapeut bei Physio2Go

„Bei der Ferse gewinnt die Geduld“, sagt Adam Wunsch, Physiotherapeut bei Physio2Go. „Das Gewebe braucht Wochen, um wieder belastbar zu werden. Wer an den Dehn- und Kraftübungen dranbleibt und die Belastung klug dosiert, hat gute Chancen, wieder schmerzfrei zu werden. Ein Rückschlag nach einem langen Tag ist normal und kein Grund, alles hinzuwerfen.“

Wenn Gehen gerade besonders schwerfällt oder der Weg in die Praxis zur Hürde wird, kommen wir auch zu Ihnen: Per Hausbesuch zeigen wir die Übungen bei Ihnen zuhause und stimmen sie auf Ihren Alltag ab. Für die meisten mit Fersenschmerz ist die Praxis gut erreichbar – die Option besteht aber, falls Sie sie brauchen.

Kosten, Kasse & Termin in Gelsenkirchen – Praxis oder Hausbesuch

Was kostet die Behandlung – und was zahlt die Kasse? Krankengymnastik und Manuelle Therapie sind bei Fersenschmerz Heilmittel und werden mit einer ärztlichen Verordnung von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen; für Sie bleibt die gesetzliche Zuzahlung. Stoßwelle und Einlagen folgen eigenen Regeln. Die Übersicht:

Fersenschmerz-Behandlung: Wer zahlt was?
MaßnahmeWer zahlt?Hinweis
Krankengymnastik / Manuelle TherapieGesetzliche Kasse (auf Verordnung)Gesetzliche Zuzahlung 10 % zzgl. 10 € je Verordnung, falls Sie nicht befreit sind
Orthopädische EinlagenKasse (ärztliches Hilfsmittel-Rezept)Kein Physio-, sondern Hilfsmittelbereich; je nach Modell ggf. Eigenanteil
Stoßwellentherapie (ESWT)Kasse nur bei chronischem Verlauf, sonst selbstSeit 2019 GKV bei Beschwerden ab 6 Monaten nach erfolgloser konservativer Therapie (meist bis 3 Sitzungen je Fuß), sonst Selbstzahler
Tape, Faszienball & Co. für zuhausemeist selbstKleine Eigenmaßnahmen mit geringen Kosten

Stand der Angaben ist die aktuelle Gesetzeslage; Beträge und Kassenregeln können sich ändern – im Zweifel fragen Sie kurz bei Ihrer Krankenkasse nach.

Sie haben Fersenschmerz und möchten ihn gezielt angehen? In unserer Praxis im Neumarkthaus (Gelsenkirchen-Altstadt) schauen wir uns Fuß, Wade und Schuhwerk in Ruhe an und stellen Ihnen ein passendes Dehn- und Belastungsprogramm zusammen – auf Wunsch auch als Hausbesuch in Ihrem Stadtteil.

Ihren Termin in Gelsenkirchen planen

Rufen Sie uns an oder nutzen Sie das Kontaktformular – wir besprechen, welche Schritte bei Ihrem Fersenschmerz sinnvoll sind. Bringen Sie zum ersten Termin Ihre ärztliche Verordnung und am besten die Schuhe mit, in denen Sie viel unterwegs sind.

Häufige Fragen

Was hilft schnell gegen Plantarfasziitis bzw. Fersenschmerz unter der Ferse?

Kurzfristig helfen oft drei Dinge: die Belastung vorübergehend reduzieren (langes Laufen und Wandern zurückfahren), gut dämpfende Schuhe auch in der Wohnung tragen und die Fußsohle morgens vor dem ersten Schritt sanft dehnen. Ein Wundermittel gibt es nicht – nachhaltig wird die Ferse vor allem durch regelmäßige Dehn- und Kräftigungsübungen über mehrere Wochen wieder belastbar.

Warum tut die Ferse morgens nach dem Aufstehen am meisten weh?

Über Nacht verkürzt sich die Plantarfaszie in Ruhe leicht. Die ersten Schritte am Morgen dehnen das gereizte Gewebe dann ruckartig – das erklärt den typischen stechenden Anlaufschmerz, der nach ein paar Minuten Warmlaufen nachlässt. Genau deshalb ist sanftes Dehnen schon vor dem ersten Aufstehen so hilfreich.

Muss ein Fersensporn entfernt oder operiert werden?

In aller Regel nicht. Der Fersensporn ist meist ein Begleitbefund und nicht die eigentliche Schmerzursache – behandelt wird die gereizte Faszie, nicht der Knochendorn. Eine Operation ist nur in seltenen Ausnahmefällen und erst nach Ausschöpfen aller konservativen Maßnahmen ein Thema und immer eine ärztliche Einzelfallentscheidung.

Wie lange dauert es, bis Plantarfasziitis abklingt?

Plantarer Fersenschmerz ist oft langwierig: Bis die Beschwerden deutlich nachlassen, vergehen meist einige Wochen bis Monate. Die gute Nachricht ist die Prognose – die meisten Menschen sind nach einigen Monaten wieder beschwerdefrei, oft innerhalb eines Jahres; bei einem Teil dauert es allerdings länger. Regelmäßige Übungen und eine kluge Belastungssteuerung können den Weg verkürzen.

Welche Übungen helfen bei Plantarfasziitis und Fersensporn?

Bewährt sind das Dehnen der Plantarfaszie (Zehen Richtung Schienbein ziehen), das Dehnen der Wade an der Wand und ein langsames, exzentrisches Fersenheben auf einer Treppenstufe, bei dem Sie die Ferse über etwa drei Sekunden absenken. Ergänzend tut das Ausrollen der Fußsohle mit einem Ball gut. Wichtig ist, im gut erträglichen Bereich zu bleiben und dranzubleiben.

Bringt eine Stoßwellentherapie etwas und zahlt das die Krankenkasse?

Die Studienlage zur Stoßwelle ist uneinheitlich; manchen hilft sie bei hartnäckigen Beschwerden, eine Garantie gibt es nicht. Seit 2019 übernimmt die gesetzliche Kasse sie bei Plantarfasziitis unter Bedingungen – wenn die Beschwerden seit mindestens sechs Monaten bestehen und andere konservative Maßnahmen nicht geholfen haben (meist bis zu drei Sitzungen je Fuß). Sonst ist sie eine Selbstzahlerleistung.

Wann sollte ich mit Fersenschmerz zum Arzt gehen?

Lassen Sie ärztlich abklären, wenn der Schmerz auch in Ruhe oder nachts da ist, wenn es taubt, kribbelt oder ausstrahlt, bei Schwellung, Rötung oder Fieber, nach einem akuten Sturz mit Verdacht auf einen Bruch oder wenn beide Fersen zusammen mit Gelenkbeschwerden wehtun. Auch wenn sich trotz Eigenübungen über mehrere Wochen nichts bessert, ist der Arztbesuch sinnvoll.

Übernimmt die Krankenkasse die Physiotherapie bei Fersenschmerz – auch als Hausbesuch in Gelsenkirchen?

Ja. Mit einer ärztlichen Verordnung übernimmt die gesetzliche Krankenkasse Krankengymnastik oder Manuelle Therapie bei Fersenschmerz; es bleibt die gesetzliche Zuzahlung. Ist ein Hausbesuch ärztlich vermerkt, gilt das auch für die Behandlung bei Ihnen zuhause – ob in der Praxis im Neumarkthaus oder per Hausbesuch in ganz Gelsenkirchen.

Über die Autoren

Physio2Go-Redaktion

Praxis-Team von Physio2Go im Neumarkthaus, Gelsenkirchen

Fachlich geprüfte Ratgeber des Physiotherapie-Teams von Physio2Go im Neumarkthaus. Wir behandeln in unserer Praxis in der Gelsenkirchener Altstadt und als Hausbesuch in ganz Gelsenkirchen.

Mehr über unser Team

Jetzt Termin anfragen

Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns – wir melden uns zeitnah. Hausbesuche sind nach Vereinbarung in ganz Gelsenkirchen möglich.

Anmeldung Mo–Fr 9–13 Uhr · Praxiszeiten Mo–Fr (Mi bis 19 Uhr)