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Rücken & Gelenke

ISG-Blockade: Symptome, Übungen und was beim Iliosakralgelenk-Syndrom hilft

Physio2Go-Redaktion · 24. Juni 2026

Ein stechender Schmerz tief im Kreuz, dicht neben dem Gesäßgrübchen, immer nur auf einer Seite – und besonders gemein beim Aufstehen vom Stuhl oder beim Umdrehen im Bett: So fühlt sich oft eine „ISG-Blockade“ an. Gemeint ist eine Funktionsstörung des Iliosakralgelenks (ISG), der stabilen Verbindung zwischen Kreuzbein und Becken. Viele halten das für ein Bandscheibenproblem – dabei sitzt die Ursache woanders, und die Behandlung sieht entsprechend anders aus.

Die gute Nachricht: Die allermeisten ISG-Beschwerden sind harmlos und bessern sich mit Bewegung und gezielten Übungen wieder. Dieser Ratgeber erklärt, was das ISG ist, wie Sie ein ISG-Syndrom von einem Bandscheibenvorfall, einem Ischias oder einer Hüftarthrose unterscheiden, welche Übungen das Becken stabilisieren – und welche Warnzeichen, allen voran ein entzündlicher Rückenschmerz, zuerst ärztlich abgeklärt gehören.

Was ist das ISG (Iliosakralgelenk) und was bedeutet eine ISG-Blockade?

Was ist das ISG – und was bedeutet eine „ISG-Blockade“? Das Iliosakralgelenk (kurz ISG, auch Kreuzbein-Darmbein-Gelenk) verbindet auf jeder Seite das Kreuzbein am unteren Ende der Wirbelsäule mit dem Darmbein des Beckens. Es ist von kräftigen Bändern gesichert und gehört zu den unbeweglichsten Gelenken des Körpers – seine Aufgabe ist nicht Beweglichkeit, sondern Stabilität: Es überträgt die Last zwischen Rumpf und Beinen.

„ISG-Blockade“ ist ein umgangssprachlicher Begriff. Fachlich spricht man eher von einem ISG-Syndrom oder einer ISG-Dysfunktion – einer Funktionsstörung, die Schmerzen macht. Wichtig: Das Gelenk ist dabei nicht wirklich „ausgerenkt“ oder verschoben. Dafür sitzt es viel zu fest. Es geht um eine gestörte Funktion und eine schmerzhafte Reizung, nicht um einen Knochen, der aus seiner Position gesprungen ist.

„Blockade“ – was der Begriff wirklich meint

Der Begriff „Blockade“ legt nahe, dass etwas verkantet ist und wieder „eingerenkt“ werden müsste. Tatsächlich beschreiben Fachleute eine Funktionsstörung des Gelenks – Beweglichkeit und Zusammenspiel sind gestört, das Gelenk selbst bleibt an seinem Platz. Das erklärt, warum nachhaltige Besserung weniger vom „Einrenken“ kommt als von Bewegung und Stabilität.

Welche Symptome sind typisch für ein ISG-Syndrom?

Woran erkennen Sie ein ISG-Syndrom? Das Leitsymptom ist ein einseitiger, tiefer Schmerz im Kreuz und Gesäß – meist genau dort, wo das Gesäßgrübchen liegt, oberhalb der Pofalte. Viele zeigen mit dem Finger auf einen Punkt knapp neben dem Kreuzbein. Typisch ist außerdem:

  • Schmerz beim Aufstehen vom Stuhl, nach langem Sitzen oder Stehen
  • Beschwerden beim Umdrehen im Bett, beim Treppensteigen und beim Stehen auf einem Bein
  • ein dumpfer, manchmal stechender Schmerz, der in Gesäß, Leiste oder Oberschenkel ziehen kann
  • Erleichterung, wenn Sie die Position wechseln und in Bewegung kommen
  • oft ein einseitiges Beschwerdebild ohne klaren Unfall

Anders als bei einem echten Ischias endet der Schmerz beim ISG-Syndrom meist oberhalb des Knies. Eine Ausstrahlung bis in Unterschenkel oder Fuß, begleitet von Taubheit oder Kraftverlust, spricht eher für eine Nervenreizung aus der Bandscheibe – das gehört ärztlich abgeklärt.

Der Finger-Test als erster Hinweis

Ein einfaches Indiz: Wenn Sie den schmerzhaftesten Punkt mit einem Finger zeigen können und er knapp neben dem Gesäßgrübchen liegt, spricht das für das ISG. Ein Beinschmerz, der in einem klaren Streifen bis unter das Knie zieht, deutet dagegen eher auf eine Nervenwurzel hin. Sicher unterscheiden lässt sich das aber erst in der Untersuchung.

ISG, Bandscheibe/Ischias oder Hüfte: Wie unterscheiden sich die Beschwerden?

ISG, Bandscheibe oder Hüfte – wie unterscheiden sich die Beschwerden? Weil alle drei Schmerzen im unteren Rücken, Gesäß oder Bein machen können, werden sie leicht verwechselt. Wo der Schmerz sitzt, wohin er ausstrahlt und was ihn auslöst, gibt aber wichtige Hinweise. Als grobe Faustregel gilt: Das ISG schmerzt einseitig und tief am Gelenk und bleibt meist oberhalb des Knies, ein Bandscheiben- oder Ischiasschmerz zieht dermatomal bis unter das Knie, und die Hüftarthrose meldet sich vor allem in der Leiste. Die Übersicht hilft beim Einordnen – die endgültige Diagnose stellt die ärztliche oder physiotherapeutische Untersuchung:

Kreuz- und Beinschmerz einordnen: ISG, Bandscheibe/Ischias und Hüfte
BeschwerdebildWo & wie der Schmerz typisch istWas eher dafür spricht
ISG-SyndromEinseitig tief im Kreuz/Gesäß am Gelenk, bis Leiste/Oberschenkel – meist oberhalb des KniesSchmerz beim Aufstehen, Umdrehen, Einbeinstand; Punkt neben dem Gesäßgrübchen
Bandscheibe / IschiasZiehen vom Rücken ins Bein, oft bis unter das Knie in Unterschenkel oder Fuß (dermatomal)Taubheit, Kribbeln oder Kraftverlust; verstärkt bei Husten, Niesen, Pressen
HüftarthroseVor allem in der Leiste, teils ins Gesäß und Richtung KnieAnlaufschmerz, eingeschränktes Drehen/Abspreizen, Probleme beim Socken- und Schuhanziehen

Diese Tabelle ersetzt keine Diagnose – nicht selten überlagern sich mehrere Ursachen, und seltener kann auch ein ISG-Syndrom weiter ins Bein ausstrahlen und so eine Bandscheibe vortäuschen. Bei anhaltendem oder unklarem Schmerz lohnt der Weg zur Ärztin oder in die Physiotherapie, wo sich die Beschwerden mit gezielten Tests eingrenzen lassen. Mehr zum Bein-Thema lesen Sie im Ratgeber zum Bandscheibenvorfall der LWS, mehr zum Hüft-Thema im Ratgeber zur Arthrose in Knie und Hüfte.

Wie entsteht eine ISG-Blockade und wer ist betroffen?

Wie entsteht eine ISG-Blockade – und wen trifft sie? Im Kern entsteht ein ISG-Syndrom durch eine Fehl- oder Überlastung des Gelenks und der umgebenden Muskeln und Bänder. Selten steckt eine einzelne Ursache dahinter, häufiger ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren:

  • ein Fehltritt, ein Sturz aufs Gesäß oder eine ruckartige Bewegung
  • einseitige Belastung und muskuläre Asymmetrien, etwa durch eine Schonhaltung
  • eine Beinlängendifferenz oder ein verändertes Gangbild
  • die Zeit nach Schwangerschaft und Geburt, wenn die Bänder hormonell lockerer sind
  • langes Sitzen mit wenig Bewegung oder eine plötzliche ungewohnte Belastung

Gerade nach einer Schwangerschaft ist das Becken besonders beansprucht – hier hilft gezielte Stabilisation oft mehr als Schonung. Welche Faktoren bei Ihnen zusammenkommen, lässt sich am besten in einer Untersuchung klären, in der Beweglichkeit, Beckenstellung und Muskelfunktion gemeinsam betrachtet werden.

Was können Sie bei einer ISG-Blockade selbst tun?

Was können Sie bei einer ISG-Blockade selbst tun? In der akuten Phase gilt vor allem eines: in Bewegung bleiben, statt sich zu schonen. Das ISG mag keine starre Ruhe – sanfte, schmerzarme Bewegung und häufige Positionswechsel tun ihm meist besser als langes Liegen. Diese Maßnahmen können in den ersten Tagen unterstützen:

  • regelmäßig die Position wechseln, nicht stundenlang sitzen oder einseitig stehen
  • leichte, schmerzarme Bewegung suchen – kurze Spaziergänge, lockeres Gehen
  • Wärme ausprobieren, die verspannte Muskeln rund ums Becken lockern kann
  • schweres einseitiges Heben und ruckartige Drehbewegungen vorübergehend meiden
  • beim Sitzen auf eine aufrechte, gleichmäßige Beckenstellung achten

Bewegung ja – aber achtsam

Leichte Bewegung tut dem ISG fast immer gut. Achten Sie aber auf die Richtung der Beschwerden: Wird der Schmerz mit Bewegung über den Tag besser, sind Sie auf dem richtigen Weg. Verstärkt er sich, strahlt ins Bein aus oder kommt vor allem nachts und früh am Morgen, schalten Sie einen Gang zurück und lassen Sie die Ursache abklären – Letzteres kann ein Warnzeichen sein (mehr dazu weiter unten).

Welche Übungen können bei einer ISG-Blockade helfen?

Welche Übungen helfen bei einem ISG-Syndrom? Zwei Bausteine haben sich bewährt: eine sanfte Mobilisation, die das Becken wieder ins Spiel bringt, und eine gezielte Stabilisation von Rumpf, Becken und Gesäßmuskulatur, die das Gelenk spürbar entlasten kann. Üben Sie ruhig und nur im gut erträglichen Bereich – ein leichtes Ziehen ist in Ordnung, ein stechender oder ins Bein ausstrahlender Schmerz nicht. So gehen Sie vor:

  1. Becken sanft mobilisieren (Knie zur Brust, einseitig)

    Legen Sie sich auf den Rücken und ziehen Sie ein Knie mit beiden Händen langsam Richtung Brust, das andere Bein bleibt gestreckt oder angestellt. Sie spüren eine sanfte Dehnung tief im Kreuz und Gesäß. Halten Sie etwa 20 bis 30 Sekunden, 3-mal je Seite. Die Bewegung soll lösen, nicht wehtun.

  2. Beckenboden und tiefe Bauchmuskeln aktivieren

    In Rückenlage, Knie angestellt: Spannen Sie sanft den Beckenboden und die tiefe Bauchmuskulatur an, als wollten Sie den Bauchnabel leicht Richtung Wirbelsäule ziehen – ohne die Luft anzuhalten. Etwa 10 Sekunden halten, 8 bis 10 Wiederholungen. Diese tiefe Spannung stabilisiert das Becken von innen.

  3. Brücke für die Gesäßmuskeln

    In Rückenlage, Füße hüftbreit aufgestellt: Heben Sie das Becken langsam an, bis Schultern, Hüfte und Knie eine Linie bilden, und senken Sie es kontrolliert wieder ab. Die Kraft kommt aus dem Gesäß, nicht aus dem Rücken. 8 bis 12 Wiederholungen, 2 bis 3 Serien. Eine kräftige Gesäßmuskulatur gehört zu den wichtigsten Schutzfaktoren fürs ISG.

  4. Einbeinige Stabilisation im Stand

    Stellen Sie sich aufrecht hin und verlagern Sie das Gewicht langsam auf ein Bein, das Becken bleibt dabei gerade und kippt nicht zur Seite. Kurz halten, dann wechseln. 5 bis 8 Wiederholungen je Seite. Das schult die Beckenkontrolle genau in der Belastung, die im Alltag oft schmerzt.

Nur im schmerzarmen Bereich üben

Die Übungen dürfen fordern, aber keinen stechenden Schmerz auslösen. Brechen Sie ab, wenn die Beschwerden zunehmen oder in Bein und Fuß ausstrahlen, und lassen Sie das Programm in der Physiotherapie an Ihren Befund anpassen. Bei Warnzeichen wie nächtlichem Schmerz oder Taubheit gilt: erst abklären, dann üben.

Wann sollten Sie mit ISG-Beschwerden zum Arzt? Warnzeichen (Red Flags)

Wann gehört ein ISG-Schmerz zum Arzt? Die meisten ISG-Beschwerden sind harmlos. Manche Muster sprechen aber gegen eine einfache Funktionsstörung – allen voran der entzündliche Rückenschmerz, der sich grundlegend anders verhält und rheumatologisch abgeklärt gehört.

Hellhörig werden: Zeichen für entzündlichen Rückenschmerz

Lassen Sie Kreuz- und Gesäßschmerzen ärztlich – bei Verdacht rheumatologisch – abklären, wenn typische Zeichen eines entzündlichen Rückenschmerzes auftreten: Beginn vor dem 45. Lebensjahr, Beschwerden über mehr als drei Monate, eine Morgensteifigkeit von über 30 Minuten, Schmerz vor allem in der zweiten Nachthälfte und in den frühen Morgenstunden, der sich durch Bewegung und Aufstehen bessert und durch Ruhe nicht, sowie ein wechselnder oder beidseitiger Gesäßschmerz. Dahinter kann eine Sakroiliitis im Rahmen einer axialen Spondyloarthritis (Morbus Bechterew) stecken, die früh erkannt gut behandelbar ist.

Daneben gibt es allgemeine Warnzeichen (Red Flags), die rasch ärztlich abzuklären sind – und im Notfall sofort:

  • Störungen von Blase oder Darm, Taubheit im Reithosenbereich oder eine rasch zunehmende Beinschwäche – dann sofort den Notruf 112 (möglicher Notfall)
  • starke Schmerzen nach einem Sturz oder Unfall (Verdacht auf einen Bruch)
  • Fieber, ungewollter Gewichtsverlust oder anhaltender Nachtschmerz (Hinweis auf Infekt oder Tumor)
  • Taubheit, Kribbeln oder Kraftverlust, die in einem Streifen ins Bein ziehen (eher Nervenwurzel oder Bandscheibe)

Diese Zeichen bedeuten nicht automatisch etwas Ernstes, sind aber ein Grund, der Sache zuerst ärztlich nachzugehen. Unsicher, ob Ihre Beschwerden noch Selbsthilfe-Sache sind? Unser Wegweiser „Wann zur Physiotherapie?“ hilft bei der Einordnung.

Wie behandelt die Physiotherapie ein ISG-Syndrom?

Wie behandelt die Physiotherapie ein ISG-Syndrom? Sie verbindet zwei Richtungen: Beweglichkeit zurückgeben und Stabilität aufbauen. In einem ISG-spezifischen Befund prüfen wir mit gezielten Tests, ob das Gelenk gereizt ist, schauen uns Beckenstellung, Beinlänge und Gangbild an und testen die Kraft von Rumpf und Gesäß. Daraus entsteht ein Plan, der zu Ihrem Alltag passt. Typische Bausteine sind:

  • Manuelle Therapie und Mobilisation, um die Beweglichkeit des Gelenks zu verbessern und Schmerz zu lindern
  • ein gezieltes Stabilisationstraining für Beckenboden, tiefe Bauch- und Gesäßmuskulatur
  • die Behandlung verspannter Muskeln rund ums Becken, etwa über Triggerpunkte
  • eine Belastungssteuerung für Beruf, Sitzen und Sport mit schrittweisem Aufbau
  • Beratung zu Hilfsmitteln wie einem Beckengurt, wenn das Becken instabil ist

Die Behandlung läuft als Krankengymnastik oder Manuelle Therapie auf ärztliche Verordnung. Anders als beim „Einrenken“ zielt sie nicht auf einen schnellen Handgriff, sondern auf dauerhafte Stabilität. Wie ein erster Termin abläuft, lesen Sie im Ratgeber zum ersten Physiotherapie-Termin.

Kann man eine ISG-Blockade „einrenken“ und hilft ein Beckengurt?

Kann man eine ISG-Blockade „einrenken“ – und hilft ein Beckengurt? Der Begriff „Einrenken“ führt in die Irre. Manuelle Therapie schiebt kein verschobenes Gelenk zurück, denn das ISG ist gar nicht ausgerenkt. Was sie kann: das Gelenk mobilisieren, die gestörte Funktion verbessern und den Schmerz lindern – viele spüren das schon nach wenigen Sitzungen, der Verlauf ist aber individuell. Das gelegentliche „Knacken“ bei einer Mobilisation ist dabei kein Beweis, dass etwas „eingerenkt“ wurde; entscheidend ist, was danach an Stabilität aufgebaut wird.

Ein Beckengurt – eine Bandage, die das Becken zusammenhält – kann das ISG vorübergehend entlasten, besonders bei ausgeprägter Instabilität oder in der Schwangerschaft. Er ist aber kein Dauerersatz für aktive Stabilisation: Auf längere Sicht schützt eine kräftige Becken- und Rumpfmuskulatur das Gelenk besser als ein Gurt. Sinnvoll ist er als zeitlich begrenzte Unterstützung, während Sie die Muskulatur aufbauen.

Tipp von Adam Wunsch, Physiotherapeut bei Physio2Go

„Beim ISG sucht jeder den einen Handgriff, der alles richtet“, sagt Adam Wunsch, Physiotherapeut bei Physio2Go. „Eine Mobilisation kann den Schmerz schnell nehmen – aber halten tut das nur, wenn die Becken- und Gesäßmuskeln das Gelenk danach führen. Und wenn der Schmerz nachts kommt, früh am steifsten ist und auf Bewegung besser wird, schicke ich lieber einmal zu viel zum Rheumatologen als einmal zu wenig.“

Wie lange dauert es, bis sich eine ISG-Blockade bessert?

Wie lange dauert eine ISG-Blockade? In den meisten Fällen bessern sich die Beschwerden mit Bewegung und gezielten Übungen über einige Tage bis Wochen. Eine feste Frist gibt es nicht, und das ISG neigt zu Wiederholungen – gerade, wenn die stabilisierende Muskulatur schwach bleibt. Genau deshalb lohnt es sich, nach der akuten Phase dranzubleiben: Wer Becken und Rumpf regelmäßig kräftigt, beugt dem nächsten Schub am wirksamsten vor. Ein garantierter Verlauf lässt sich nicht versprechen, aber Aktivität und Geduld zahlen sich fast immer aus.

Wenn Sitzen, Autofahren oder der Weg in die Praxis gerade schwerfallen – was bei akutem ISG-Schmerz vorkommt –, kommen wir per Hausbesuch auch zu Ihnen und zeigen die Übungen in Ihrer gewohnten Umgebung. Wie ein Hausbesuch abläuft, lesen Sie im Hausbesuch-Ratgeber.

Was kostet die ISG-Behandlung und wie bekommen Sie in Gelsenkirchen einen Termin?

Was kostet die Behandlung – und wie kommen Sie in Gelsenkirchen an einen Termin? Krankengymnastik und Manuelle Therapie sind beim ISG-Syndrom Heilmittel und werden mit ärztlicher Verordnung von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen; es bleibt die gesetzliche Zuzahlung. Die Übersicht:

ISG-Behandlung: Wer trägt die Kosten?
PostenWer zahlt?Hinweis
Krankengymnastik / Manuelle TherapieGesetzliche Kasse (auf Verordnung)10 Prozent plus 10 Euro je Verordnung als Zuzahlung, außer Sie sind davon befreit
Behandlung als HausbesuchGesetzliche KasseWenn der Hausbesuch auf der Verordnung vermerkt ist; dazu kommt eine Wegepauschale
Beckengurt / BandageKasse (auf Hilfsmittel-Rezept) oder selbstJe nach Verordnung und Modell ggf. mit Eigenanteil
Ohne ärztliche VerordnungSelbstzahlerBehandlung als Selbstzahlerleistung möglich

Die Angaben geben den Stand der aktuellen Regelungen (2026) wieder und können sich ändern – im Zweifel klären Sie die Details kurz mit Ihrer Krankenkasse.

Ein Schmerz, der beim Aufstehen sticht und einseitig tief im Kreuz sitzt, lässt sich gezielt angehen. Wir nehmen uns Zeit für einen gründlichen ISG-Befund und bauen daraus Ihr Mobilisations- und Stabilisationsprogramm – in unserer Praxis im Neumarkthaus in der Gelsenkirchener Altstadt oder per Hausbesuch, wenn Ihnen das Sitzen und der Weg gerade schwerfallen.

Ihren Termin in Gelsenkirchen vereinbaren

Melden Sie sich telefonisch oder über das Kontaktformular. Notieren Sie sich am besten vorab, bei welcher Bewegung der Schmerz am stärksten ist und ob er eher tagsüber bei Belastung oder nachts auftritt – das hilft uns, gleich in die richtige Richtung zu schauen.

Häufige Fragen

Wo genau sitzt der Schmerz bei einer ISG-Blockade?

Typischerweise einseitig und tief im Kreuz, knapp neben dem Gesäßgrübchen oberhalb der Pofalte – genau über dem Iliosakralgelenk. Viele können den schmerzhaftesten Punkt mit einem Finger zeigen. Der Schmerz kann in Gesäß, Leiste oder Oberschenkel ziehen, bleibt aber meist oberhalb des Knies.

Strahlt ein ISG-Syndrom ins Bein aus oder bis in den Fuß?

Ein ISG-Schmerz kann in Gesäß, Leiste und Oberschenkel ausstrahlen, endet aber typischerweise oberhalb des Knies. Zieht der Schmerz in einem klaren Streifen bis in Unterschenkel oder Fuß und kommen Taubheit, Kribbeln oder Kraftverlust dazu, spricht das eher für eine Nervenreizung aus der Bandscheibe – das sollte ärztlich abgeklärt werden.

Wie unterscheide ich eine ISG-Blockade von einem Ischias oder Bandscheibenvorfall?

Faustregel: Das ISG schmerzt einseitig, punktgenau am Gelenk und vor allem bei Lagewechseln wie Aufstehen oder Umdrehen; der Schmerz bleibt meist oberhalb des Knies. Ein Ischias oder Bandscheibenvorfall macht dagegen einen ins Bein ziehenden, oft bis unter das Knie reichenden Nervenschmerz mit Taubheit oder Kraftverlust, der sich bei Husten und Niesen verstärkt. Sicher unterscheiden lässt sich beides erst in der Untersuchung.

Kann man eine ISG-Blockade selbst lösen oder einrenken?

Ein „Einrenken“ im wörtlichen Sinn gibt es nicht – das Gelenk ist nicht ausgerenkt. Sie können aber selbst viel tun: in Bewegung bleiben, sanft mobilisieren und vor allem Becken und Rumpf kräftigen. Eine Mobilisation in der Physiotherapie kann den Schmerz zusätzlich lindern. Von kräftigen Selbst-Renkmanövern oder dem Knacken auf eigene Faust ist eher abzuraten.

Welche Übungen sind bei einer ISG-Blockade sinnvoll und welche eher nicht?

Sinnvoll ist eine Kombination aus sanfter Mobilisation (zum Beispiel ein Knie einseitig zur Brust ziehen) und Stabilisation von Beckenboden, tiefer Bauch- und Gesäßmuskulatur (etwa die Brücke oder einbeiniger Stand). Eher zurückhaltend sollten Sie mit ruckartigen Drehungen, starkem einseitigem Heben und allem sein, was den Schmerz ins Bein zieht. Üben Sie immer im gut erträglichen Bereich.

Wann ist ISG-Schmerz ein Warnzeichen für eine entzündliche Ursache wie Morbus Bechterew?

Hellhörig sollten Sie werden, wenn der Schmerz vor dem 45. Lebensjahr begonnen hat, länger als drei Monate besteht, mit einer Morgensteifigkeit von über 30 Minuten einhergeht, vor allem in der zweiten Nachthälfte und früh auftritt und sich durch Bewegung bessert, nicht durch Ruhe – oder wenn der Gesäßschmerz die Seite wechselt. Dann kann eine entzündliche Ursache (Sakroiliitis, axiale Spondyloarthritis) dahinterstecken, die rheumatologisch abgeklärt gehört.

Hilft ein Beckengurt bei ISG-Beschwerden und wie lange sollte ich ihn tragen?

Ein Beckengurt kann das ISG vorübergehend entlasten, besonders bei deutlicher Instabilität oder in der Schwangerschaft. Er ist aber als zeitlich begrenzte Unterstützung gedacht, nicht als Dauerlösung – langfristig schützt eine kräftige Becken- und Rumpfmuskulatur das Gelenk besser. Wie lange er im Einzelfall sinnvoll ist, besprechen Sie am besten mit Ärztin oder Therapeut.

Übernimmt die Krankenkasse die Physiotherapie bei einem ISG-Syndrom – auch als Hausbesuch in Gelsenkirchen?

Ja. Mit einer ärztlichen Verordnung übernimmt die gesetzliche Krankenkasse Krankengymnastik oder Manuelle Therapie beim ISG-Syndrom; es bleibt die gesetzliche Zuzahlung. Ist ein Hausbesuch ärztlich vermerkt, gilt das auch für die Behandlung bei Ihnen zuhause – ob in der Praxis im Neumarkthaus oder per Hausbesuch in ganz Gelsenkirchen.

Über die Autoren

Physio2Go-Redaktion

Praxis-Team von Physio2Go im Neumarkthaus, Gelsenkirchen

Fachlich geprüfte Ratgeber des Physiotherapie-Teams von Physio2Go im Neumarkthaus. Wir behandeln in unserer Praxis in der Gelsenkirchener Altstadt und als Hausbesuch in ganz Gelsenkirchen.

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